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Ex-Talkmaster Reinhold Beckmann denkt über Rückkehr ins Fernsehen nach

23.02.2026, 11.37 Uhr
Reinhold Beckmann, einst ein fester Bestandteil des deutschen Fernsehens, widmet sich heute verstärkt der Musik und Literatur. Der Moderator, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, hat mit seinen neuen Projekten großen Erfolg. Doch könnte eine TV-Rückkehr möglich sein?

Kategorisch ausschließen will er nichts: Auf die Frage von Barbara Schöneberger, ob er sich vorstellen könne, noch einmal ins Fernsehen zurückzukehren, gestand Reinhold Beckmann jüngst in der "NDR Talk Show", dass ihn der Gedanke an eine eigene Talkshow schon noch reize: "Eine kleine Verführbarkeit bleibt immer", so der Moderator. Doch Beckmann, der als Sportmoderator und Talkshow-Gastgeber über lange Zeit eine der präsentesten Figuren im deutschen Fernsehen war, widmet sich seit einigen Jahren lieber anderen Projekten und Leidenschaften.

Beckmann begann seine Laufbahn beim Fernsehen zunächst hinter der Kamera, unter anderem als Kameraassistent bei einer Dokumentation über ein Konzert von Udo Lindenberg in der DDR. In den 1990er-Jahren wurde er als Moderator und Sportjournalist bekannt. Er entwickelte und moderierte "ran Sat.1 Fußball", eine Bundesliga-Sendung, die er sieben Jahre lang verantwortete. Später moderierte er auch die "Sportschau". Ein breites Publikum erreichte er auch mit seiner eigenen Talksendung "Beckmann", die bis 2014 im Ersten lief. Dort führte er ausführliche Gespräche mit Gästen aus Politik, Kultur und Unterhaltung, darunter Helmut Schmidt und Karl Lagerfeld.

Reinhold Beckmann nach dem TV-Aus: Sein neues Leben abseits der Kamera

Das (vorläufige) Ende seiner Karriere vor der Kamera führte bei Beckmann aber nicht zu Bitterkeit – im Gegenteil: Er sei, wenn man so will, "in ein normales Leben zurückgekehrt, und das ist eine echte Entdeckung, wenn nicht sogar ein Genuss", sagte er 2021 im Interview mit "RND". Schon 2010 hatte er erklärt, dass er die Arbeit als Produzent "zunehmend reizvoll" fände, bereits damals produzierte er mit seiner Produktionsfirma "Inas Nacht", "eine Sendung, die uns allen hier sehr viel Spaß macht", wie Beckmann im Gespräch mit der teleschau erklärte. Mit Beckground TV verantwortete er zudem Olli Dittrichs TV-Specials für den WDR und Dokumentationen wie "Die Akte Lindenberg – Udo und die DDR".

In "Inas Nacht" war er einst als Produzent der erste Gast – und sein Besuch legte den Grundstein für eine weitere Karriere: Er habe in der Sendung einen Bossa Nova mit Müller gespielt, erinnerte sich Beckmann: "Es war 'Águas de Março' von Antônio Carlos Jobim. Und zwei Musiker aus ihrer Band waren danach ganz besessen von der Idee, ich solle anfangen, Songs zu schreiben. Das war der Beginn." Ohnehin sei Musik immer sein "großer Sehnsuchtsort" gewesen, sagte er im "RND"-Interview, um lachend zu ergänzen: "Und mir ist eigentlich das Fernsehen 30 Jahre lang dazwischengekommen."

2021 erschien mit "Haltbar bis Ende" bereits sein drittes Album, das neben eigenen Stücke auch eine deutsche Version des Songs "When The Deal Goes Down" von Bob Dylan enthielt. Zentrales Lied des Albums ist aber "Vier Brüder". Darin verarbeitet Beckmann die Geschichte seiner Familie und das Schicksal der vier Brüder seiner Mutter, die alle im Zweiten Weltkrieg ums Leben kamen.

Reinhold Beckmanns Bestseller: Die bewegende Geschichte seiner Mutter

Die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit führte auch zu einem weiteren Projekt: In seinem Buch "Aenne und ihre Brüder" arbeitete Beckmann die Erinnerungen seiner Mutter auf: "Das Erzählen über ihre Brüder war für meine Mutter denke ich ein Weg, dieses Schicksal zu verarbeiten", sagte Beckmann dem "RND". Seine Mutter habe ihm zudem die Feldpostbriefe ihrer Brüder übergeben, die er in seine Arbeit einbezog. Das 2023 erschienene Buch landete auf der Spiegel-Bestsellerliste, Beckmann ging damit zudem auf ausdehnte Lesereise.

Er habe es "sehr genossen mit den Lesungen auf Tour zu sein, die eigene Geschichte nach draußen zu bringen", sagte Beckmann in der "NDR Talk Show". Der große Erfolg machte eine Fortsetzung fast unvermeidlich. Er habe eigentlich kein weiteres Buch machen wollen, der Verlag habe aber "ziemlich nachgesetzt". Jetzt wolle er die Geschichte weitererzählen, wie seine Mutter in seinen Geburtsort Twistringen gezogen sei und dort 1946 seinen Vater getroffen habe: "An dem Tag, an dem sie sich kennenlernten, beginnt das neue Buch". 160 Seiten habe er bereits geschrieben.

Wohnung zerstört: Reinhold Beckmann verliert sein Zuhause

In der "NDR Talk Show" sprach Beckmann auch über einen schweren Verlust: "Ich bekam die Nachricht, dass meine Wohnung abgesoffen ist, sodass da nichts mehr zu retten ist." Er wohne "in so einer Fabrik". Es handle sich dabei um ein "älteres Gebäude", erklärte Beckmann in der Sendung. "Der Mann über mir, das ist ein Reeder, hat einen falschen Boiler installiert. Der implodierte und hat das ganze Haus unter Wasser gesetzt."

Er rechne damit, dass es ein Jahr dauern werde, bis "das ganze Haus wieder auf Vordermann" gebracht sei: "Ich bin gerade dabei, meine Koffer zu packen". Für den TV-Star sei der ungeplante Verlust der Wohnung ein herber Schlag: "Da merkst du, du verlierst ein Zuhause, dass du sehr geliebt hast."

Wie der Moderator aber jüngst dem "Stern" erzählte, habe er aber inzwischen eine neue Bleibe gefunden: "Ich ziehe demnächst erst einmal in eine kleine Bude in Ottensen unterm Dach", sagte Beckmann. Nach feiern scheint ihm aber nicht zumute zu sein: Die Party zu seinem 70. Geburtstag sei "vorerst verschoben", so der Moderator.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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