Film in der ARD

"Blind ermittelt – Tod im Fiaker": Kunst, Kutschen und Kokain

von Wilfried Geldner

Ex-Kommissar Haller wird in einer Kunstausstellung Zeuge eines Giftanschlags. Sein Chauffeur Niko schleust sich derweil in die Fiaker-Szene ein.

ARD
Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod im Fiaker
Krimi • 08.04.2021 • 20:15 Uhr

Äußerst blindenfreundlich ist die Kunstausstellung, die der nach einem Bombenanschlag erblindete Ex-Kommissar Haller (Philipp Hochmair) in seinem vierten Fall, "Tod im Fiaker" (Regie: Katharina Mückstein), mit seiner Schwester besucht. Die Kuratorin (Florence Kasumba), Frau eines reichen Bankers, hat für Tast-Leitsysteme und ausführliche Aufschriften in Blindenschrift gesorgt. Alles bestens gerichtet also für Haller, der sich mit seinem Blindenstock durch die Räume tastet. Würde nicht plötzlich der reiche Veranstalter, der Banker Romanus Schachner, niedersinken – zweifellos Opfer eines Zyankali-Giftanschlags, wie Haller am "Mandelgeruch" sofort erkennt. Wer war der Täter? Ein Erpresser, ein betrogener Kunde? Oder war gar Kokain im Spiel? Der wache Niko, Hallers Freund und Chauffeur (Andreas Guenther) beobachtete jedenfalls einen Fiaker beim Deal auf offener Straße und schleust sich daher auf abenteuerliche Weise in die Szene ein.

Wie das so ist, beim Undercover-Ermitteln: Niko gehören fortan die schönsten Szenen. Spätestens, wenn er sich ins (fiktive) Fiaker-Lokal "Koberer" in Simmering stiehlt, um sich dort als Kutscher anzudienen, kommt seine sonst so kratzige Gaunerstimme bestens zum Tragen. Nicht nur, dass er gleich die resche Bedienung Resi (Emily Cox) als Freundin gewinnt ("Ich bin die Königin der Nacht!"), auch deren Vater, früherer Großbesitzer eines Fiakerstalls (Karl Fischer, "Donna Leon"), schließt ihn gleich ins Herz und lernt ihn als Pferdefreund und Fiaker an.

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Die Bösen aber sind andere, denkt man, während Niko mit den Chinesen die schönsten Postkartenplätze Wiens umkurvt. Vom Vater der Resi und von dieser selbst bekommt er dabei eine Menge heraus über Bankschulden, die in die Hunderttausende gehen und nicht zurückbezahlt werden können, über Koks im Tresor (da wirds arg abenteuerlich!) und über Fonds, mit denen die armen Leute um ihre Habe betrogen werden. Zum Showdown gibt's noch eine Verfolgung, die ein paar Zentimeter weit in die Wien-Kloaken des "Dritten Mannes" führt.

Da übernimmt sich der augenzwinkernde Wien-Krimi mit dem Augenlicht-Motiv dann genauso wie die Fiakerstochter Resi, die auch am Tag so wunderbare "Königin der Nacht". Der fünfte Fall von "Blind ermittelt", "Lebendig begraben", folgt am Donnerstag, 15. April, um 20.15 Uhr.

Der Wien-Krimi: Blind ermittelt – Tod im Fiaker – Do. 08.04. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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