James Whale

Regisseur James Whale (r.) am Set von "Die grüne 
Hölle" Vergrößern
Regisseur James Whale (r.) am Set von "Die grüne Hölle"
James Whale
Geboren: 22.08.1896 in Dudley, Großbritannien
Gestorben: 29.05.1957

James Whale drehte mit "Frankenstein" (1931) ein Pionierwerk des Horrorgenres, ja sicher einen der bedeutendsten Horrorfilme überhaupt. Der phänomenale Erfolg dieses Films, sowie des Nachfolgers "Frankensteins Braut" (1935) legten den Regisseur auf Gruselstoffe fest. Alle Filme, die er in anderen Genres realisierte, z.B. das Musical "Show Boat" (1936) oder der Mantel-und-Degenfilm "Der Mann mit der eisernen Maske" (1939) waren, obgleich erfolgreich, unglückliche Arbeiten, für den Regisseur ebenso wie für das produzierende Studio. Insgesamt umfaßt seine Filmographie 21 Titel, entstanden zwischen 1930 und 1949.

James Whale wurde in ärmste Verhältnisse hineingeboren. Seine Karriere begann er als Karikaturist bei einer Tageszeitung. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er sich als Freiwilliger und geriet in Belgien in deutsche Kriegsgefangenschaft. Im Lager organisierte er eine Theatergruppe.

In den 20er Jahren arbeitete er als Dramaturg, Produzent und Bühnenbildner bei verschiedenen Theatern im Londoner West-End und schlug sich auch als Theater- und Filmdarsteller durch, wobei er überwiegend in komödiantischen Rollen zu sehen war. Seinen ersten großen Erfolg hatte Whale 1928 als Regisseur des Antikriegs-Stücks "Journey's End". Aufgrund dieser Inszenierung wurde er 1930 nach Hollywood geholt, um daraus seinen ersten Film zu machen. Im gleichen Jahr engagierte ihn auch Howard Hughes als Co-Regisseur für seinen Film "Hell's Angels".

Mit den vier phantastischen Filmen, die James Whale drehte, führte er eine damals fast als anstößig geltende Verkehrung der üblichen Perspektive ein: Er interessierte sich für die Psychologie der von Boris Karloff ("Frankenstein", "Frankensteins Braut", "Das Haus des Grauens") und Claude Rains ("Der Unsichtbare") verkörperten dämonische Gestalten und lokalisierte die allfällige Grausamkeit eher bei den normalen Menschen als bei den künstlichen Kreaturen. Das von Menschenhand geschaffene Monster ist mehr Opfer als Täter. Auch als es von der Gesellschaft zum Verbrecher gestempelt wird und Böses tut, hat der Zuschauer Verständnis für das Ungeheuer. Sein gelegentlich bissiger Humor und Bilder von hochromantischer Schönheit wechseln mit offensichtlich desinteressiert heruntergedrehten Szenen. Daraus lassen sich stichhaltige Hinweise dafür ableiten, welche Aspekte des Genres ihn am meisten fesselten: die (Un-)Möglichkeit erneuerbaren Lebens und damit die ethischen Grenzen der Wissenschaft.

Als die Universal Studios Ende der 30er Jahre in finanzielle Turbulenzen gerieten, war James Whale einer der aktivsten unter den festangestellten Regisseuren, um das Studio zu retten: Eine Reihe erfolgreicher Musicals, darunter sein "Show Boat" halfen zwar den Bankrott abzuwenden, konnten aber eine Übernahme des Studios nicht verhindern. Whales letzter Film mit einem A-Budget war der Antikriegsfilm "The Road Back" (1936), der bereits während der Produktion Interventionen des deutschen Konsuls Dr. Gyssling wegen 'inakzeptabler deutschfeindlicherTendenzen' provozierte. Die neue Führung der Universal beugte sich den Einwänden der Nazis, stellte James Whale einen anderen Regisseur zur Seite (Edward Sloman), und vertraute ihm künftig nur noch Billig- Projekte an.

Wegen mehrerer Flops in Folge und auch wegen seiner nicht verheimlichten Homosexualität wurden bald Intrigen gegen Whale gesponnen, die dazu führten, dass er sich 1941 enttäuscht und deprimiert aus der aktiven Filmarbeit zurückzog. Er widmete sich fortan einem hedonistischen Lebensstil und seinem Hobby, der Kunstmalerei. Whale starb unter mysteriösen Umständen: Seine jahrelange Haushälterin Anna Ryan fand ihn tot in seinem Swimming Pool in Pacific Palisades. Obwohl Selbstmord angenommen wurde, konnte dies nie endgültig geklärt und bewiesen werden. James Whale hatte panische Angst vor Wasser und konnte nicht schwimmen. Sein Abschiebsbrief, adressiert an "Alle, die ich liebe", endete mit den Worten: "Die Zukunft hat mir nur Alter und Krankheit und Leid zu bieten. Ich möchte Frieden haben, und das ist der einzige Weg."


Zur Filmografie von James Whale
Das könnte Sie auch interessieren
TV-Programm
ARD

Brisant

Report | 17:15 - 18:00 Uhr
ZDF

hallo deutschland

Report | 17:10 - 17:45 Uhr
RTL

Betrugsfälle

Serie | 17:00 - 17:30 Uhr
VOX

Zwischen Tüll und Tränen

Serie | 17:00 - 18:00 Uhr
ProSieben

taff

Report | 17:00 - 18:00 Uhr
KabelEins

Abenteuer Leben täglich

Report | 16:55 - 17:55 Uhr
RTL II

Die Wache Hamburg

Report | 17:00 - 17:57 Uhr
RTLplus

Das Familiengericht

Report | 17:00 - 17:45 Uhr
arte

Xenius

Report | 17:10 - 17:40 Uhr
WDR

daheim + unterwegs

Report | 16:15 - 18:00 Uhr
3sat

Rose - Königin der Blumen

Natur+Reisen | 17:00 - 17:40 Uhr
NDR

Seehund, Puma & Co.

Natur+Reisen | 17:10 - 18:00 Uhr
MDR

MDR um 4

Report | 17:00 - 17:45 Uhr
HR

hallo hessen

Report | 17:00 - 17:50 Uhr
SWR

Kaffee oder Tee

Report | 17:05 - 18:00 Uhr
BR

Wir in Bayern

Natur+Reisen | 16:15 - 17:30 Uhr
Sport1

Fußball Live - UEFA Youth League

Sport | 16:55 - 19:00 Uhr
Eurosport

Snooker

Sport | 17:00 - 18:00 Uhr
DMAX

Die Wildlife-Cops

Natur+Reisen | 17:15 - 18:15 Uhr
ZDF

TV-Tipps Im Tunnel

TV-Film | 20:15 - 21:45 Uhr
ProSieben

The Big Bang Theory

Serie | 20:15 - 20:45 Uhr
SAT.1

Lethal Weapon

Serie | 20:15 - 21:10 Uhr
KabelEins

Fantastic Four

Spielfilm | 20:15 - 22:20 Uhr
RTL II

Wirt sucht Liebe

Serie | 20:15 - 21:35 Uhr
arte

Ein Abend mit Krzysztof Kieslowski

Report | 20:15 - 21:50 Uhr
WDR

Rentnercops

Serie | 20:15 - 21:00 Uhr
3sat

Mit dem Frühling durch Europa

Natur+Reisen | 20:15 - 21:00 Uhr
NDR

Markt

Report | 20:15 - 21:00 Uhr
MDR

Unser Doktor ist der Beste

Spielfilm | 20:15 - 21:45 Uhr
HR

Wunderschön!

Natur+Reisen | 20:15 - 21:45 Uhr
SWR

Abenteuer Diagnose

Gesundheit | 20:15 - 21:00 Uhr
BR

Bayern erleben

Natur+Reisen | 20:15 - 21:00 Uhr
Sport1

Hattrick Live

Sport | 20:15 - 22:15 Uhr
Eurosport

Fußball

Sport | 23:00 - 23:55 Uhr
DMAX

Fast N' Loud

Report | 20:15 - 21:15 Uhr
ZDF

TV-Tipps R.E.D. 2 - Noch Älter. Härter. Besser.

Spielfilm | 22:15 - 00:05 Uhr
ZDF

TV-Tipps Im Tunnel

TV-Film | 20:15 - 21:45 Uhr
arte

TV-Tipps Die zwei Leben der Veronika

Spielfilm | 20:15 - 21:50 Uhr
arte

TV-Tipps Ein kurzer Film über das Töten

Spielfilm | 21:50 - 23:10 Uhr
NDR

TV-Tipps Oh Boy

Spielfilm | 23:45 - 01:05 Uhr

Aktueller Titel