Es heißt, Deutschland sei ein reiches Land. Wirklich? Denn zur Wahrheit gehört auch, dass das Vermögen enorm ungleich verteilt ist.

Zuletzt setzte es einen derben Schlag für die Superreichen. Die Einkünfte der Vorstandsmitglieder in den 30 DAX-Unternehmen sind 2019 im Schnitt um 0,3 Prozent gesunken, während der gemeine Arbeitnehmer durchschnittlich 2,6 Prozent brutto mehr bekam. Ironie off! Natürlich werden die Vorstandsmitglieder nach einer Studie im Auftrag der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapiersitz nun ganz bestimmt noch nicht am Hungertuch nagen. Mit einem Durchschnittseinkommen von 5,7 Millionen Euro liegen sie 49-mal über dem der Beschäftigten. Das leichte Minus ist also zu verkraften. 2018 bekamen sie noch das 52-fache.

Dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland schon sehr weit auseinander gegangen ist, ist nicht mehr zu leugnen. Im Zuge der Corona-Pandemie ist es nicht besser geworden. Auch viele aus der Mittelschicht fürchten, dass sie abrutschen könnten. Der Film von Thomas Beyer, Christian Bock, und Frank Zintner, der nun im Rahmen von "ZDFzeit" zu sehen ist, hinterfragt, wie Menschen mit den unterschiedlichsten Vermögensverhältnissen mit der neuen Situation umgehen.

So lebt dieser Beitrag auch von seinen Kontrasten. Kurzarbeit jedenfalls muss Ismet Koyun nicht fürchten. Er ist ein millionenschwerer Unternehmer. Anders hingegen sieht es bei der Berliner Familie Pohl aus. Den klassischen Vermögensaufbau haben sie über die eigene Immobilie geleistet. Die Ratenzahlungen haben sie bislang stets pünktlich geleistet. Doch dann kam Corona. Und Carsten Pohl ist in die Kurzarbeit gerutscht. Wie bei den Pohls hat sich die wirtschaftliche Situation in vielen Haushalten verschlechtert. Experten rechnen bereits damit, dass vor allem die mittleren Einkommen sich beinahe pulverisieren könnten. Zahlreiche Insolvenzen drohen.

ZDFzeit: Armes Deutschland, reiches Deutschland – Di. 11.08. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH