Auf der Adamant
29.11.2026 • 04:05 - 05:50 Uhr
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Originaltitel
Sur l'Adamant
Produktionsland
F, J
Produktionsdatum
2023
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Auf der Adamant

Auf der "Adamant", einer schwimmenden Tagesklinik in Paris, werden Menschen mit psychischen Problemen betreut. Sie kommen zum Malen, Singen oder einfach nur zum Kaffee trinken. Bereits seit 2010 liegt die "Adamant", ein umgebauter Frachtkahn, fest vertäut am Ufer der Seine. Auch das Konzept ist bewährt. Das ausgebildete Fachpersonal an Bord begegnet seinen Besuchern nach Möglichkeit auf Augenhöhe, und jeder Besuch ist freiwillig. Wie bei seinem weltbekannten Dokumentarfilm "Sein und Haben" von 2002 über eine französische Provinzschule nimmt sich Regisseur Nicolas Philibert auch dieses Mal viel Zeit für seine Protagonisten. Dabei wirft er einen stets vorurteilsfreien und liebevollen Blick auf die Besonderheiten von Menschen, die meist eher am Rand der Gesellschaft stehen. Philibert gilt als einer der bekanntesten Dokumentarfilmer Europas. In seiner Arbeit geht es stets darum, seine Gegenüber mit überraschender Tiefenschärfe kennenzulernen, selbst wenn es sich um ein Orang-Utan-Weibchen handelt wie in "Nénette" (Berlinale Forum, 2010). Seine fast stilbildenden Langzeitbeobachtungen betreibt er aus einem aufrichtigen und ansteckenden Interesse an Dynamiken innerhalb von Gemeinschaften. Philiberts gelassene Präsenz ist in "Auf der Adamant" stets zu spüren, zumal seine Protagonisten meist Gründe haben, Mitmenschen gegenüber misstrauisch zu sein. Der so leise wie erhellende Film nimmt die Zuschauer mit in den einladenden Mikrokosmos einer ungewöhnlichen psychiatrischen Einrichtung. In ihrem heimeligem Ambiente gibt es - wie ein Patient vorschlägt - die Möglichkeit, jeden Morgen aufs Neue zu beschließen, einen guten Tag zu haben. Der Dokumentarfilm "Auf der Adamant" wurde im Februar 2023 im Rahmen der 73. Internationalen Filmfestspiele Berlin uraufgeführt und gewann mit dem Goldenen Bären den Hauptpreis des Festivals.

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