Charlotte Link - Die Suche
Fernsehfilm, Kriminalfilm • 28.10.2021 • 20:15 - 21:45
Lesermeinung
Kate Linville (Henny Reents) und Caleb Hale (Lucas Gregorowicz) verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Die Jagd nach dem "Hochmoor-Killer" führt sie wieder aufeinander zu.
Vergrößern
Chefinspektor Caleb Hale (Lucas Gregorowicz) findet eine junge Frau, die ermordet in der Einsamkeit der Moore abgelegt wurde.
Vergrößern
Fieberhaft wird nach der 14-jährigen Amelie (Charlotte Lorenzen) gesucht. Sie befindet sich in höchster Gefahr.
Vergrößern
Der von eigenen Dämonen gepeinigte, alkoholsüchtige Chefinspektor Caleb Hale (Lucas Gregorowicz, rechts) ermittelt schon lange - eher erfolglos.
Vergrößern
Kate Linville (Henny Reents) inspiziert den Fundort einer Mädchenleiche.
Vergrößern
Kate Linville (Henny Reents) dürfte im Norden eigentlich nicht ermitteln. Sie gibt sich daher als Journalistin aus.
Vergrößern
Originaltitel
Charlotte Link - Die Suche
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Bestseller-Verfilmung: Horrorherbst im Hochmoor

Von Rupert Sommer

Henny Reents und Lucas Gregorowicz spielen "englische" Ermittler, die sich in der zweiteiligen ARD-Bestsellerverfilmung auf die knifflige Jagd nach einem Serien-Mädchenmörder machen.

Es ist eher eine Binse, wenn bei Filmbesprechungen vom "eigentlichen Hauptdarsteller" gesprochen wird, der dann kein Mensch, sondern eine Landschaft ist. Aber ohne die düstere, windige, von Regenschauern durchtränkte Hochmoor-Landschaft im nordenglischen Yorkshire wäre der neue ARD-Donnerstagabend-Krimi "Charlotte Link – Die Suche" nur halb so sehenswert.

Regisseur Till Franzen setzt den Bestseller-Stoff der Erfolgsautorin, die im Ersten sowie im ZDF schon öfter Vorlagen für Fernsehfilme lieferte, routiniert und mit guten Bildentsprechungen für ein Gefühl von Beklemmung und menschliche Abgründigkeit um. Für "Lokalkolorit" sorgt dabei auch, dass neben der deutschen Hauptrollen-Besetzung viele "echte" Engländer in der aufwendigen, über zwei Teile gestreckten ARD-Degeto-Produktion mitspielen.

PRISMA EMPFIEHLT
Täglich das Beste aus der Unterhaltungswelt bequem in Ihr Mail-Postfach? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "PRISMA EMPFIEHLT" und erhalten ab sofort die TV-Tipps des Tages sowie ausgewählte Streaming- und Kino-Highlights.

Eine Kommissarin, die Grenzen überschreitet

Kate Linville (Henny Reents), eigentlich eine Scotland-Yard-Kommissarin, die sonst in der Mega-Metropole London zum Einsatz kommt und der Charlotte Link schon eine Buchreihe mit mehreren Fällen gewidmet hat, ist eine gleichzeitig taffe, aber auch von Selbstzweifeln und Sorgen geprägte Frau. Man sieht ihr gerne bei der Arbeit zu, aber auch auf dem unsicheren Terrain ihres Privatlebens.

Unklaren Situationen begegnet die Rothaarige oft mit ausgeprägter Kratzbürstigkeit. Die Wunden früherer Trennungen sitzen wohl tief. So verbindet sie auch mit Chefinspektor Caleb Hale (Lucas Gregorowicz, bekannt unter anderem als "Polizeiruf 110"-Darsteller aus der Region Brandenburg) eine gemeinsame Geschichte. Und die verlief ungut.

Caleb ist es auch, der einen der beiden ersten großen Handlungsstränge vorantreibt. Der vom Alkoholismus gezeichnete Kriminaler, im Einsatz rund um das Küstenstädtchen Scarborough, jagt schon länger einem mysteriösen Mädchen-Mörder hinterher, den die reißerische Gossenpresse den "Hochmoor-Killer" getauft hat. Alarmiert wird er, als mit der Schülerin Amelie (Charlotte Lorenzen) erneut eine junge Frau verschwindet.

Doch Amelies Eltern vertrauen nicht auf die Polizei: Sie wollen die Suche selbst in ihre Hand nehmen und setzen dabei auch auf Kate Linville. Sie wird durch Zufall in diese Aktionen hineingezogen, und so gerät sie wieder in die Nähe von Caleb Hale. Eigentlich hatte die Londoner Polizistin ihrer früheren Heimat einen Kurzbesuch abgestattet und war bei Amelies Eltern als zahlender Gast untergekommen. Vor Ort darf sie gar nicht tätig werden. Also steckt sie ihre Dienstmarke weg und gibt sich beim Recherchieren als Journalistin aus. Lang kann das nicht unentdeckt blieben. Und schon gar nicht gutgehen.

Beklemmung in menschenleeren Weiten

Es ist ein düsterer Krimi, der ganz auf Stimmungen setzt und der von starken Darstellern getragen wird. In die Karten spielt der Produktion auch die unterschwellige Pandemie-Paranoia, die als solche nie thematisiert wird, aber in der Leere der Landschaften und in der Einsamkeit vieler Menschen eine psychologische Rolle spielt. So empfand das jedenfalls auch einer der Hauptdarsteller.

"Der Herbst in Nordengland ist brutal schön, aber es kann auch sehr düster werden", sagte der deutsch-polnische Schauspieler Gregorovicz in einem Interview zum Film, in dem er an Dreharbeiten in besonderer Atmosphäre erinnert. "An einem Tag durchlebt man unter Umständen vier Jahreszeiten. Eine archaische Kulisse, zu der im Kontrast die pittoresken Dörfer und Städte stehen. Dann setzt sich wieder ein Nebel fest. Das in Verbindung mit einem harten Lockdown kann einen psychisch schon an seine Grenzen bringen."Es ist ein düsterer Krimi, der ganz auf Stimmungen setzt und der von starken Darstellern getragen wird. In die Karten spielt der Produktion auch die unterschwellige Pandemie-Paranoia, die als solche nie thematisiert wird, aber in der Leere der Landschaften und in der Einsamkeit vieler Menschen eine psychologische Rolle spielt.

Den zweiten Teil des Kriminalfilms zeigt Das Erste am Samstag, 30. Oktober, ebenfalls um 20.15 Uhr.

Charlotte Link – Die Suche – Do. 28.10. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
top stars
Das beste aus dem magazin
Yvonne Catterfeld spricht im Interview über Veränderungen. Darum dreht sich auch ihr neues Album "Changes".
HALLO!

Yvonne Catterfeld: "Kenne wenige, die sich so krass verändert haben wie ich"

Anfang Dezember ist für Yvonne Catterfeld viel los. Sie ist in zwei neuen "Wolfsland"-Krimis zu sehen und bringt ihr Album "Changes" heraus, das nur aus englischen Songs besteht. Warum sie das eigentlich schon vor 20 Jahren machen wollte und warum sie Krimis eigentlich gar nicht interessieren, hat sie prisma im Interview verraten.
Dr. Carsten Lekutat ist niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportarzt in Berlin, Buchautor sowie Moderator der MDR-Fernsehsendung "Hauptsache Gesund".
Gesundheit

Sodbrennen, Husten und Kloßgefühl

Als stillen Reflux bezeichnet man den nächtlichen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Ursache dafür ist aufsteigende Magensäure, die eine Entzündung der Speiseröhre verursachen kann.
Der Sepia-Ton trügt: Heinz Rudolf Kunze ist auch nach 40 Jahren im Geschäft kein bisschen müde.
HALLO!

Heinz Rudolf Kunze: "Die Musikindustrie ist ein sterbender Dinosaurier"

Er gehört zu den Legenden unter den deutschen Liedermachern: Heinz Rudolf Kunze. Vor 40 Jahren begann die außergewöhnliche Karriere und anlässlich dieses runden Geburtstags hat der Musiker unter dem Titel "Werdegang" seine Autobiografie und ein neues Album veröffentlicht. prisma hat mit dem stets streitbaren Poeten des Deutschrocks gesprochen.
Der Stadtkern von Rostock.
Nächste Ausfahrt

Hansestadt Rostock

Auf der A 19 von Rostock nach Wittstock steht nahe der Anschlussstelle 6 das Hinweisschild "Hansestadt Rostock". Wer die Bahn hier verlässt, gelangt zu einer der ältesten Universitätsstädte Nordeuropas.
Dr. Carsten Lekutat ist niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportarzt in Berlin, Buchautor sowie Moderator der MDR-Fernsehsendung "Hauptsache Gesund".
Gesundheit

So geht Fitness für Faule

Wer eine überwiegend sitzende berufliche Tätigkeit ausübt, kann quasi unbemerkt ein paar einfache Übungen für die Muskulatur in den Alltag einbauen. Dazu benötigt man keine Geräte. Eine Wand oder ein Stuhl reichen schon aus.
Gesundheit

Richtig Fieber messen

Wer ein zuverlässiges Ergebnis haben will, sollte vom Fiebermessen unter der Achsel absehen. Darauf weist die Stiftung Warentest hin.