DDR ahoi!
13.04.2026 • 01:25 - 02:10 Uhr
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D
Produktionsdatum
2010
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DDR ahoi!

Die Schiffe am Ostseehorizont wecken im begrenzten Land Träume und Sehnsüchte. Für die DDR sind die Voraussetzungen, eine Seefahrernation zu werden, denkbar ungünstig. Am Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es auf dem Territorium der sowjetischen Besatzungszone kein einziges fahrtüchtiges Schiff. Die Hafenanlagen von Rostock, Stralsund, Wismar und Saßnitz sind größtenteils zerstört. Was noch funktioniert, wird als Reparationsleistung von der Sowjetunion abgefordert. Trotz der katastrophalen Ausgangsbedingungen beschließt die DDR-Führung, den Ostseezugang wirtschaftlich zu nutzen und eine Fischerei- und Handelsflotte aufzubauen. In den 60er-Jahren entsteht in Rostock ein neuer Überseehafen, die ganze Republik wird für das Projekt mobilisiert. Ein eigener Hafen spart Devisen und verbessert die Bedingungen für den Außenhandel. So gelingt es der DDR, in den kommenden Jahren, eine beachtliche Handelsflotte aufzubauen und mit großen Trawlern auf den Weltmeeren zu fischen. Sogar zwei "Traumschiffe" leistet sich der Arbeiter-und-Bauern-Staat. Die DDR hat die Weltmeere erobert. In den 80er-Jahren gehören fast 180 Schiffe zur Handelsflotte, dazu kommen noch über 100 Fischereischiffe. 10 000 Mann Besatzung fahren jetzt zur See. Im Fernsehen werden maritime Unterhaltungssendungen präsentiert. Den Daheimgebliebenen verschweigt man jedoch; dass die "Traumschiffe der DDR" auch regelmäßig an westliche Reiseveranstalter vermietet werden, dass sich auf großer Fahrt immer wieder Fluchtversuche ereignen, dass die Fischfangergebnisse schon Ende der 70er-Jahre schlechter werden und die strahlende DDR-Flotte immer mehr an Glanz verliert.

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