Das Mädchen aus dem Bergsee
13.07.2023 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
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Originaltitel
Das Mädchen aus dem Bergsee
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2020
Altersfreigabe
12+
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Doppelte Krimi-Spannung bei 3sat

Von Jasmin Herzog

Während die großen Krimi-Reihen in der Sommerpause sind, versorgt 3sat Genre-Fans auch dieses Jahr mit 32 Filmen. Am Donnerstag, 13. Juli, stehen der ORF-Landkrimi "Das Mädchen aus dem Bergsee" (2020) und die spanisch-deutsche Koproduktion "Das Tal der geheimen Gräber" (2018) auf dem Programm.

Der Sommer ist für Krimi-Fans die wohl härteste aller Jahreszeiten: Werden sie sonst mehr oder weniger täglich mit frischer Spannung und Whodunit-Freude versorgt, gehen spätestens im Juni die großen Reihe vom "Tatort" bis zu den vielen SOKOs in die Sommerpause – dann gibt es allenfalls Wiederholungen. Der "3satKrimisommer" hat im Zeitraum zwischen Dienstag, 11. Juli, und Freitag, 11. August, immerhin zwei deutsche Erstausstrahlungen von insgesamt 32 Produktionen zu bieten: "Hunkeler macht Sachen" (Dienstag, 25. Juli, um 23.55 Uhr) und "Silberkiesel – Hunkeler tritt ab" (Mittwoch, 26. Juli, 0.10 Uhr). Nun stehen jedoch erst mal die Wiederholung des ORF-Landkrimis "Das Mädchen aus dem Bergsee" (deutsche Erstausstrahlung: 2021) und der spanisch-deutschen Koproduktion "Das Tal der geheimen Gräber" (Erstausstrahlung 2021) auf dem Programm.

Die in den Tiroler Bergen spielende Kriminalgeschichte "Das Mädchen aus dem Bergsee" mit dem Zentrum Innsbruck entpuppt sich als Familiendrama der heikelsten Sorte, es geht im Film der Regisseurin Mirjam Unger ("Maikäfer flieg!") um Inzest und Vergewaltigung. Vielleicht hätte ja Lisa, die Kommissarin (Patricia Aulitzky), den Fall doch besser dem neuen Kollegen Alexander (Dominik Raneburger) überlassen sollen, statt dessen Ambitionen so rigide abzuwürgen. Es wäre ihr viel schmerzliche Erkenntnis erspart geblieben, denn der Fall verweist sie zurück in ihre eigene Vergangenheit.

"Tirol, wo die Welt noch in Ordnung isch!"

Die Personenkontrolle auf dem Flughafen hatte Lisa schon hinter sich, als sie die Meldung von einer Leiche im heimatlichen Bergsee ereilte. Grund genug für sie, an den Ort ihrer Kindheit zu eilen. "Du bisch nid da!" wirft ihr der neue Kollege entgegen, weil er die unverhofft Zurückgekehrte doch im Urlaub wähnte. Die aber sagt leichthin: "I bin dei Chefin!" Alex daraufhin, resignierend: "I hab' eh ka Chance!" Auch später steht der Alex staunend und ziemlich ahnungslos dabei, wenn die Lisa, durch allerlei Indizien auf diese Spur verwiesen, einen berühmten Fußballtrainer im Stadion des SV Tirol verhört. Die Szene ist so unwahrscheinlich, dass selbst die Akteure zu schmunzeln scheinen. Der Trainer ist Lisas Vater, der die Familie vor 20 Jahren verlassen hat.

Mühsam gestalten sich die Recherchen zum Werdegang der Toten. Erwürgt wurde sie, findet die Pathologin in zäher Kleinarbeit heraus, drei Jahre hatte sie in einem Bordell gedient und wohl auch mehrere Freunde gehabt. Eine befreundete Prostituierte gibt im Bordell nur widerwillig Auskunft. Sehr allmählich fällt es Lisa wie Schuppen von den Augen, dass die Tote, ungelogen, das Kind ihrer eigenen Schwester sei. Die hatte sich einst, so wird berichtet, das Leben genommen.

Das wirkt alles zusammengebacken wie der Topfenstrudel (Quarkstrudel), der im Bordellspind der Toten aufgefunden wird und auf eine Tatspur verweist. Für Ironie, sonst immer ein herausragendes Landkrimi-Markenzeichen, ist in diesem inzestuösen Fußballtrainerfall der Autorin Eva Testor (auch Kamera) kein Platz.

Düster-mystisches Baskenland

Düster-mystisch wird es am späten Abend: Um 22.25 Uhr wiederholt 3sat "Das Tal der geheimen Gräber" den abschließend Teil drei der spanisch-deutschen Koproduktion, basierend auf den "Baztán"-Romanen von Dolores Redondo. Mit Fernando González Molina machte sich zum dritten Mal einer der renommiertesten Regisseure Spaniens ans Werk, um einen Fall der jungen Kommissarin Amaia Salazar (Marta Etura) zu verfilmen. Erneut zieht es sie zurück in die Umgebung ihres Heimatstädtchens Elizondo. Die Inspektora überführt einen Kindsvater (Iñigo de la Iglesia) des Mordes an seinem eigenen Baby – es wurde im Schlaf erstickt. Doch das ist erst der Anfang: Weitere rätselhafte Kindsmorde rücken ebenso in den Fokus der Ermittlungen wie eine sektenähnliche Kommune. Gleichzeitig muss sich Amaia mit dem Verschwinden der eigenen Mutter auseinandersetzen, die psychisch Kranke trachtete ihrem eigenen Enkelkind nach dem Leben.

Für Hauptdarstellerin Marta Etura wurde die Thriller-Reihe zu einem Sprungbrett. Die große Karriere hat sich die brünette Baskin mit ihrer Performance auch redlich verdient. Schließlich gelingt es der heute 44-Jährigen, ihre Rolle in allen Facetten glaubwürdig zu interpretieren. Dabei handelt es sich bei Inspektora Salazar um einen ambivalenten Charakter. Einerseits ist sie eine taffe Ermittlerin, die sich an okkulten Riten und unberechenbaren Sekten-Mitgliedern abarbeitet. Andererseits ist die Ehefrau und Mutter durch ihre Familie verletzlich und angreifbar.

Die ersten beiden Teile der Krimi-Trilogie, "Das Tal der toten Mädchen" und "Das Tal der vergessenen Kinder" sind am Dienstag, 11. Juli, und Mittwoch, 12. Juli, jeweils um 22.25 Uhr beim "3satKrimisommer" zu sehen.

"Das Mädchen aus dem Bergsee"/"Das Tal der geheimen Gräber" – Do. 13.07. – 3sat: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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