Am 9. November 1989 fiel die Mauer, nur drei Tage später fanden Zehntausende Menschen aus Ost und West für einen großen Gig in Berlin zusammen. 37 Jahre später erinnert ein neuer Doku-Zweiteiler bei 3sat an das "legendäre Konzert" von damals.
Der 9. November 1989 und die Tage danach – alle Deutschen, die alt genug sind, haben ihre ganz speziellen Erinnerungen daran, und bei den allermeisten Menschen hat das nichts mit irgendeinem Rockkonzert in Berlin zu tun. Wer aber diese ganz besondere Stimmung unmittelbar nach dem Mauerfall verstehen will, sofern man das überhaupt nachträglich verstehen kann, sollte doch einmal auf diesen Gig am 12. November 1989 und seine Begleitumstände schauen. Die Euphorie, die Aufregung, die unbedingte Sehnsucht nach Einheit und Freiheit, "sofort und unverzüglich", bündelte sich wie kaum irgendwo sonst in diesem wahnwitzigen Pop-Event. Ein neuer Doku-Zweiteiler bei 3sat erzählt davon, 37 Jahre später.
Aus heutiger Sicht werden viele sagen: Man hätte doch auch noch ein, zwei Wochen warten können, bis die Dinge sich sortiert haben, oder zumindest zwei, drei weitere Tage lang. Damals sah man das anders. Nein, nicht warten, keine Sekunde, nicht nach 28 Jahren Trennung durch die Mauer. "Das legendäre Konzert für Berlin '89 – Freiheit. Stars. Aufbruch" erzählt von einer chaotischen, in der Form völlig unvorhergesehenen Situation. Die DDR ist am Ende, plötzlich "scheint alles möglich". Aber wirklich sicher ist nichts. Deshalb verlieren drei Radiomacher vom Sender Freies Berlin auch keine Zeit, um etwas Großes auf die Beine zu stellen: ein Konzert für mehrere zehntausend Menschen, mitten in Berlin, mit Künstlern aus Ost und West und nur 50 Stunden Vorlauf.
In Teilen ist es eine Geschichte wie aus einem Thriller. Die Organisatoren, ständig mit dem Telefonhörer am Ohr, erhalten binnen kürzester Zeit zusagen von BAP und Nina Hagen. Auch die Toten Hosen, zunächst noch in Paris, und Udo Lindenberg wollen dabei sein bei dieser denkwürdigen Veranstaltung. Wichtige DDR-Bands werden angefragt. Man denkt groß und grenzenlos, weil man es jetzt auch kann: Warum nicht auch internationale Stars wie Melissa Etheridge, Joe Cocker und Bruce Springsteen zum "Konzert für Berlin" lotsen? Was zunächst wie ein "Ding der Unmöglichkeit" erschien, nimmt schnell Form an. Dann ein heftiger Rückschlag: Der Gig kann aus Sicherheitsgründen nicht wie geplant vor dem Reichstag stattfinden. 29 Stunden vor Konzertbeginn stehen die Organisatoren plötzlich ohne Bühne da ...
Die insgesamt 90-minütige Dokumentation, die 3sat als Erstausstrahlung zeigt, ist aufgeteilt in zwei Kapitel – "Die Idee" und "Das Konzert". Kurz vor der TV-Ausstrahlung landet "Das legendäre Konzert für Berlin '89" auch in der ZDF-Mediathek.
Das legendäre Konzert für Berlin '89 – Freiheit. Stars. Aufbruch – Mi. 04.11. – 3sat: 20.15 Uhr