Noch ein apokalyptischer Teenie-Überlebenskampf – aber im Kern ganz anders. "Die 5. Welle" bezieht die Spannung aus moralischen Konflikten.

Außerirdische, "die Anderen" genannt, thronen mit ihrem Raumschiff über einer Stadt in Ohio. Ihr Vernichtungswerk erstreckt sich auf die ganze Erde, und sie sind noch lange nicht fertig mit den Menschen. Es ist ein unheilvolles, bedrohliches Setting, mit dem "Die 5. Welle" (2016) startet. Mal wieder ein Untergangsszenario, wie man es aus vielen Sci-Fi-Spektakeln der letzten Jahre kennt. Dieses Action-Drama, das auf einem Bestseller von Rick Yancey basiert und nun bei VOX wiederholt wird, sticht dennoch aus der Masse heraus.

Die Aliens legen global die Elektronik und Kommunikation lahm, Erdbeben und Überschwemmungen machen die großen Metropolen platt, und eine heimtückische Vogelgrippenvariante dezimiert die Weltbevölkerung – das sind die ersten drei Angriffswellen. Army-Colonel Vosch (Liev Schreiber) warnt eine Schar Überlebender vor der vierten Welle: Außerirdische übernehmen wie Parasiten die Kontrolle über die Menschen.

Zu seinen Zuhörern gehört die 16-jährige Cassie Sullivan. Noch vor Kurzem eine ganz normale High-School-Schülerin mit nettem Elternhaus, ausgiebigen Partys und stressigen Lehrern, streift sie nun mit ihrem kleinen Bruder Sammy (Zackary Arthur) auf der Suche nach Essbarem durch die Wälder. Schießend wehrt sie sich nicht nur gegen Aliens. Nach einem gefährlichen Zwischenfall trifft sie auf den attraktiven Farmersohn Evan (Alex Roe). Ihre heimliche Liebe Ben (Nick Robinson) findet sich indes zwangsrekrutiert im Krieg gegen die Außerirdischen wieder. Die fünfte Welle des Angriffs steht bevor.

Endzeit und extreme Bedingungen

Die Welt geht mal wieder unter, die Erwachsenen versagen, eine militärische Elite ergreift die Macht und missbraucht Kinder und Jugendliche für ihre dubiosen Zwecke, wogegen sich einige von ihnen wehren. "Die 5. Welle" hebt sich mit neuen Akzentuierungen von inhaltlich verwandten Stoffen wie dem reichlich beliebig dahererzählten "Maze"- Franchise oder den untergründig gewaltverherrlichenden "Tributen von Panem" deutlich ab.

Trotz Pyrotechnik und Zerstörungsbildern ist die Endzeit in "Die 5. Welle" aber nicht in erster Linie Spektakel, sondern vor allem ein quälender moralischer Konflikt. Denn unter extremen Bedingungen zu überleben, verlangt nicht selten, andere Menschen zu töten. Darin liegt die eigentliche, immer neue Katastrophe, daraus bezieht der Film seine große Spannung.

Chloe Grace Moretz ("Kick-Ass") hat das Buch dreimal gelesen. Mit ihrer Lektürevorliebe für "Die 5. Welle" beweist sie guten Geschmack und Enthusiasmus, der ihrer Performance anzumerken ist. Als Cassie Sullivan zittert sie vorm Sterben genauso wie vor dem Verlust der Menschlichkeit. Die sensible Inszenierung von J Blakeson unterstützt sie dabei hervorragend.

Die 5. Welle – Do. 26.03. – VOX: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH