Karl und Theodor Albrecht waren die legendären Gründer der Aldi-Kette. Viel ist noch immer nicht bekannt über die Multimilliardäre, die sich zeitlebens sehr zurückgezogen verhielten. Ein Dokumentarfilm bringt neue Erkenntnisse über die "Die Aldi-Brüder".

Bis heute ist nicht wirklich viel bekannt über Theo und Karl Albrecht. Die Aldi-Gründer, die 1961 ihre damals bereits existierende Albrecht-Kette mit rund 330 Filialen zwischen Aachen und Dortmund in zwei Teile nördlich und südlich der Ruhr trennten, führten jeweils ein sehr zurückgezogenes Leben. Karl (1920 – 2014) etwa scheute schon seit Mitte der 1950er-Jahre die Öffentlichkeit, verschleierte seine Identität, Interviews lehnte er ab. Theo (1922 – 2010) hingegen wurde durch ein schlimmes Verbrechen in die Schlagzeilen gedrängt. Am 29. November 1971 wurde der Chef von Aldi Nord entführt. 17 lange Tage blieb er in der Gefangenschaft seiner Entführer Heinz Joachim Ollenburg und Paul Kron. Theo Albrechts Märtyrium fand ein Ende mit der Zahlung von sieben Millionen Mark – die höchste Lösegeldsumme, die bis dahin in der Bundesrepublik gezahlt worden war. Für sein Dokudrama "Die Aldi-Brüder" hat Regisseur Raymond Ley (unter anderem "Eschede Zug 884", "Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe") diese 17 Tage der Entführung zum Dreh- und Angelpunkt einer Erzählung über eine der bedeutendsten und gleichsam geheimnisvollsten Unternehmerfamilien Deutschlands gemacht.

In Rückblicken unter anderem in die Kindheit der Aldi-Brüder beleuchtet Ley den Aufbau des Handelsimperiums und bringt neue Aspekte in die geheimnisvollen Biografien zwei der reichsten Menschen Deutschlands. Für seine Charakterstudie hat der Filmemacher nach eigener Aussage intensive Recherchen in Archiven und Gespräche auch mit ehemaligen Gefolgsleuten der Gebrüder Albrecht betrieben.

Dass Sparsamkeit eines der Erfolgsrezepte von Theo (gespielt von Arnd Klawitter) und Karl (Christoph Bach) gewesen war, gehört zu dem bekannteren Wissen über die Unternehmer. Und dennoch sei eine spärliche Ausstattung ihrer Läden und ein penibel kostengünstiger Einkauf ihrer Ware auch aus der Not geboren. Das erklärt im Film beispielsweise Walther Vieth. Der Handelsveteran, der als Geschäftsführer den ersten Aldi-Laden eröffnete, erinnert sich: "Die kleinen Läden, die die beiden Brüder nach dem Krieg aufgebaut hatten in den Arbeitersiedlungen, liefen nicht mehr. Der Aldi-Diskont ist wirklich als Arme-Leute-Laden entstanden."

Mit ihren niedrigen Preisen und einem schmalen Sortiment machten die Albrechts jedoch ein Millionengeschäft. Durch die Trennung ihres Wirkungsbereichs in Nord und Süd wurden die bis dahin unzertrennlichen Brüder jedoch zu Konkurrenten. Wie es heißt, entzündete sich der Streit darüber, ob Zigaretten ins Sortiment gehörten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst