Adelgunde, emeritierte Professorin für Zeitgeschichte an der Uni Wien, ist eine engagierte Wissenschaftlerin und soll ein neu gegründetes Institut für Europäische Sozialgeschichte aufbauen. Scheinbar zu Studienzwecken kommt die junge russische Historikerin Jekaterina nach Wien. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit will sie Nachforschungen über die Reparationsleistungen in der russischen Zone anstellen, und Adelgunde soll ihre Betreuerin werden. Doch Jekaterina hat auch einen sehr privaten Grund, mit Adelgunde in Kontakt zu treten: Adelgundes Vater war nach dem Krieg während der russischen Besatzung Arbeiter auf den niederösterreichischen Ölfeldern. Eines Tages wurde er nach dem Vorwurf der Sabotage nach Sibirien verschleppt, und die Familie hat erst einige Jahre später von seinem Tod erfahren. Was Adelgunde, ihre Mutter Irmgard und auch ihre jüngere Schwester Heidrun nicht wissen, ist, dass er im Lager eine neue Familie gegründet hat, der Jekaterina entstammt. Sie behauptet, die Enkelin von Adelgundes verschollenem Vater zu sein. Als die beiden Frauen anfangen, Nachforschungen in der Vergangenheit anzustellen, die auch mit einem aktuellen Mordfall zu tun haben, stoßen sie auf persönliche wie politische Widerstände. Und ein lange gehütetes Familiengeheimnis drängt ans Licht.
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