Die nettesten Menschen der Welt
24.07.2023 • 00:05 - 00:25 Uhr
Serie, Mysteryserie
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Serie, Mysteryserie

Wenn es Nacht wird im Ersten ...

Von Eric Leimann

Die ziemlich seltsame Serie "Die nettesten Menschen der Welt" geizt nicht mit Stars: Axel Milberg, Fabian Hinrichs, Silke Bodenbender, Sebastian Urzendowsky und Jörg Schüttauf gaben sich für eine episodische Mystery-Erzählung her, die man auch als zweistündigen Film schauen kann. Lohnt sich das?

"Genrefilme" haben es in Deutschland schwer, heißt es. Stoffe also, die man zum Beispiel den Fachgebieten Science-Fiction, Horror oder Grusel zuordnen könnte. Um so schöner, dass es der vielfach preisgekrönte bayerische Filmemacher Alexander Adolph (unter anderem Erfinder von "München Mord") geschafft hat, der ARD das Konzept zur Anthologie-Serie "Die nettesten Menschen der Welt" zu verkaufen.

In ihr geht es nun auch im öffentlich-rechtlichen Nachtprogramm (alle Folgen hintereinander) – oder ab 21. Juli in der ARD Mediathek – um schreckliche Monster, geisterhafte Erlebnisse und ähnliche "Ungereimtheiten". Zusammengehalten werden insgesamt vier Geschichten durch die Figur des bettlägerigen Mädchens Lill (Hannah Schiller). Vom Fenster ihres Hauses auf einem Hinterhof beobachtet sie die Protagonisten zweier kurzer (20 Minuten) und zweier längerer Geschichten, die jeweils auf zwei Episoden verteilt werden.

In Lills eigener Geschichte ("Lill") geht es darum, dass ihr Vater sie warnt, sie müsse schnell das Haus verlassen. Dabei darf Lill wegen ihrer schweren Allergie gar nicht nach draußen. Als die Mutter (Silke Bodenbender) nach Hause kommt, ist das Zimmer des Mädchens von innen abgeschlossen, doch Lill scheint verschwunden zu sein. In "Junior" erfährt man mehr über die Arbeit von Lills Mutter, die sich in einem Institut unter den strengen Augen eines Prüfers (Fabian Hinrichs) einer jungen, schier übermächtigen Jobbewerberin (Stephanie Amarell) stellen muss. Im Zweiteiler "Elmchen" soll sich ein netter Student (Anton von Lucke) um das Haustier seines Onkels kümmern. Seine Eltern (Axel Milberg, Jessica Kosmalla) finden indes, dass ihr Sohn zu weich ist. "Häxan" (ebenfalls zweiteilig) handelt von Hotelmitarbeiter Mika (Sebastian Urzendowsky), der in seiner Freizeit zum Gamer-Star Moto wird und die Kampftruppe einer Fantasiewelt befehligt.

Tocotronics Dirk von Lowtzow als singender Ehrengast

Die englische Anthologie-Serie "Black Mirror" – zu sehen bei Netflix – oder die noch viel ältere US-Serie "The Twilight Zone" standen ein bisschen Pate beim Drehbuch von Alexander Adolph und Eva Wehrum, deren kurze, aber prägnante Geschichten allesamt aus dem Alltag an sich "netter Menschen" erzählen, die Begegnungen mit dem Metaphysischen machen. Gelungen, weil mit viel Herzblut geschrieben, gespielt und inszeniert ist das im Studentenstädtchen Lüneburg gedrehte NDR-Format, für das Tocotronic-Musiker Dirk von Lowtzow, selbst ausgewiesener Grusel-Fan, übrigens nicht nur den Titelsong schrieb und einspielte, sondern auch als feinnerviger Hotelgast Herr Zapf eine kleine Rolle übernahm. Bleibt zu hoffen, dass das Erste mit der wohl eher für die Mediathek produzierten "besonderen" Serie ein Publikum findet – sodass diese kreativen Schauergeschichten eventuell fortgesetzt werden können.

Die nettesten Menschen der Welt – So. 23.07. – ARD: 00.05 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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