Sabine Kuegler weiß: Das Aufwachsen im Urwald prägt für das gesamte Leben.

Die Autorin Sabine Kuegler verbrachte ihre Kindheit im Dschungel von Papua-Neuguinea. Ihr Buch "Dschungelkind", das von dieser Zeit erzählt, wurde zum Bestseller. Den zugehörigen Film (2010) sahen rund 260.000 Zuschauer im Kino. Thomas Kretschmann übernahm die Rolle von Vater Klaus Kuegler, einem Linguisten. Der entdeckt Anfang der 80er-Jahre den Stamm der Fayu. Das Volk pflegt seine Traditionen und lebt zurückgezogen im Urwald. Kuegler beschließt, mit seiner Familie bei dem Stamm zu leben. Tochter Sabine (Stella Kunkat, später Sina Tkotsch) fühlt sich sofort zu Hause, ihre Geschwister und Mutter Doris (Nadja Uhl) haben jedoch Zweifel. Das beeindruckend fotografierte Abenteuer wird nun im Ersten wiederholt.

Mitten im Dschungel herrschen archaisch anmutende Regeln, die für die Familie fremd und Furcht einflößend sind: Männer besitzen Frauen, Rache ist selbstverständlich und der Tod eine Allmacht, gegen die man sich nicht wehrt. Konflikte zwischen den Kueglers, die unter dem Schutz des Fayu-Häuptlings stehen, und den Gastgebern sind vorprogrammiert. Lediglich Sabine empfindet das ungezwungene Leben von Anfang an als paradiesisch.

Der Film, der bedächtig von der Konfrontation verschiedener Kulturen erzählt, profitiert von den beiden jungen Hauptdarstellerinnen Sina Tkotsch ("Ein Fall für Zwei", "Beste Schwestern") und Stella Kunkat ("Das Tagebuch der Anne Frank").

Tkotsch, die die 16-jährige Sabine spielt, überzeugt durch ihre weiche, sympathische Ausstrahlung. In der Rolle der kleinen Sabine liefert Kunkat eine beeindruckend intensive Leistung. Die Fernsehfassung des Dschungelabenteuers von Roland Suso Richter ("Das Wunder von Berlin") ist gegenüber der Kinoversion um 32 Minuten länger.


Quelle: teleschau – der Mediendienst