Der Möbelhändler XXXLutz ist vom kleinen Familienbetrieb zu einem Giganten der Branche aufgestiegen, und der Hunger nach mehr scheint ungebrochen. Längst ist XXXLutz in Österreich die Nummer eins, doch der Welser Konzern hat sich auch in Europa ausgebreitet. In den vergangenen Jahren hat er einen Konkurrenten nach dem anderen aufgekauft. Zur Lutz-Gruppe zählen mittlerweile rund 400 Filialen in ganz Europa mit fast 30.000 Mitarbeitenden. Damit ist XXXLutz nach IKEA der zweitgrößte Möbelhändler des Kontinents. Das österreichische Traditionsunternehmen spielt auf der internationalen Bühne mit den Großen mit. Gleichzeitig zählt XXXLutz in vielen Bezirken Österreichs zu den wichtigsten Arbeitgebern und Lehrlingsausbildern. Der Einfluss von XXXLutz ist groß - seine Dominanz genauso: Das spüren Konsumenten wie Hersteller. Während sich Konsumenten über Schnäppchen und Rabatte freuen, trauen sich Lieferanten nur hinter vorgehaltener Hand Kritik zu äußern: Sie beklagen, dass sie in Preisverhandlungen die Marktmacht des Imperiums zu spüren bekommen. Aktuell steht XXXLutz vor der nächsten riesigen Übernahme: Der sechstgrößte deutsche Möbelhändler Porta mit rund 140 Filialen soll auch bald zum Lutz-Imperium gehören. Doch nun hat die EU-Kommission den oberösterreichischen Möbelriesen im Visier. Der Vorwurf: Lutz könnte bereits vor der genehmigten Übernahme Einfluss auf die Geschäfte der Porta-Gruppe genommen haben und das würde gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoßen. Droht Lutz nun erstmals ein herber Rückschlag und eine empfindliche Geldstrafe? Der Konzern zeigt sich von den Vorwürfen überrascht, dementiert und will an der Übernahme festhalten. Doch woher kommen eigentlich die Milliardenbeträge für die große Einkaufstour des Möbelkonzerns? Darüber spricht das Unternehmen nicht gerne. Die Eigentümer - Nachkommen von Firmengründerin Gertrude Lutz - halten sich generell diskret im Hintergrund. Fragen nach Eigentumsverhältnissen, Firmenstruktur und Finanzen werden - wenn überhaupt - nur äußerst zurückhaltend beantwortet. Ein ECO-Spezial über das verschwiegene XXX-Lutz-Imperium von Max Nicholls und Johannes Schwitzer-Fürnsinn
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