Ein Fischzug für 300 Millionen
Heute 09.04.2026 • 23:40 - 01:10 Uhr
Spielfilm, Gaunerkomödie
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prisma-Redaktion
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Originaltitel
Un'anguilla da trecento milioni
Produktionsland
I
Produktionsdatum
1971
Altersfreigabe
12+
Spielfilm, Gaunerkomödie

Ein Fischzug für 300 Millionen

Mario Adorf starb am Mittwoch, dem 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren. Aus diesem Anlass sendet das rbb Fernsehen "Ein Fischzug für 300 Millionen" mit Mario Adorf als sturen Gesetzeshüter mit dem Herz am rechten Fleck. Die Komödie um kleine und große Gaunereien lebt von ihren typisch italienischen Charakteren: Giovanni Boscolo, genannt Bissa, ist ein Lebenskünstler, wie er im Buche steht. Um seine bescheidene Kriegsrente aufzubessern, betätigt Bissa sich in einem Naturschutzgebiet als Schwarzangler. Seit Jahren versucht der Gemeindebeauftragte Mario, gespielt von Mario Adorf, ihm das Handwerk zu legen, doch der trickreiche Bissa und sein Komplize Lino konnten dem Gesetzeshüter bislang immer entkommen, bis Vacso auftaucht, ein alter Kriegskamerad, der Bissa einst das Leben rettete. Um sich zu revanchieren, verspricht Bissa dem alten Kumpanen, sich einige Zeit um dessen Stieftochter Tina zu kümmern, die in schlechte Gesellschaft geraten sei. Bissa gibt sein Bestes, doch die verwöhnte Teenagerin macht ihm das Leben nicht leicht. Schließlich stellt sich heraus, dass Tinas Stiefvater ihre Mutter um das ererbte Vermögen gebracht hat. Tina will dem Schuft das Geld wieder abjagen und schlägt vor, eine Entführung vorzutäuschen, um ihren Stiefvater um 300 Millionen Lire zu erpressen. Der Coup ist eigentlich zu groß für den kleinen Schwarzangler, und ehe Bissa sich versieht, wachsen ihm die Ereignisse über den Kopf. Mario Adorf zählte zu den herausragendsten und bekanntesten deutschen Schauspielern. Am 8.9.1930 in Zürich geboren, studierte Adorf ab 1953 an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule Schauspiel. Bereits 1954 erhielt er sein erstes Engagement beim Film in Paul Mays dreiteiliger Filmreihe "08/15". Nur drei Jahre später wurde er mit dem Filmband in Gold als Bester Nachwuchsdarsteller für seine Rolle in Robert Siodmaks Drama "Nachts, wenn der Teufel kam" ausgezeichnet. Seine Darstellung des Banditen Santer in Harald Reinls "Winnetou I" von 1963 machte ihn weltbekannt. Es folgten für Adorf zahlreiche internationale Zusammenarbeiten mit bedeutenden Regisseuren wie Sam Peckinpah, Franco Rossi, Billy Wilder, Claude Chabrol, Wolfgang Staudte und John Frankenheimer oder Sergio Corbucci und Dario Argento. In der kreativsten Zeit des italienischen Kinos der Sechziger- und Siebzigerjahre war Adorf ebenso ein gern gesehener Darsteller. Sein leidenschaftlicher Auftritt als Mafioso Rocco in "Milano Kaliber 9" (1971, Regie: Fernando Di Leo) trug dazu bei, dass dieser Film zu den bemerkenswertesten Vertretern des Genres des Poliziottesco wurde. Der Neue Deutsche Film entdeckte Mario Adorf gleichsam für sich. So schlossen sich weitere populäre Rollen an, wie in Roland Klicks "Deadlock" (1970), in Volker Schlöndorffs und Margarethe von Trottas "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975), in "Die Blechtrommel" (1979, Schlöndorff) oder in Rainer Werner Fassbinders "Lola" von 1981. Neben Kino und erfolgreichen Theaterauftritten ist das Fernsehspiel nicht minder wichtig in Adorfs Schaffen. Hier prägte er unter anderem die berühmten Mehrteiler "Via Mala" von Tom Toelle (1985) und war gleich dreifach unter der Regie von Dieter Wedel in "Der große Bellheim" (1993), "Der Schattenmann" (1996) und in "Die Affäre Semmeling" (2002) in der Hauptrolle zu sehen. Kult wurde seine Rolle als Klebstofffabrikant in der Fernsehserie "Kir Royal" (1986) des Regisseurs Helmut Dietl. In seiner Karriere wirkte Mario Adorf in mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen mit und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

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