Ein Tag in der DDR: Der Trabi-Krimi
18.03.2026 • 17:15 - 18:00 Uhr
Info, Zeitgeschichte
Lesermeinung
"An der Quelle": Der 40jährige  Thomas B. (Sebastian Thiers) nutzt seine Stellung als Kfz-Schlosser und raubt in einer Autofabrik im sächsischen Zwickau immer wieder nagelneue Fahrzeuge - der Marke "Trabant" - das Volksauto der DDR.
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"Ausgeträumt": Acht Jahre hat Thomas B. (Sebastian Thiers) unbemerkt gut zwei Dutzend neuwertige Trabis entwenden können, bevor ihm Kommissar Zufall das Genick bricht. Der Traum von Luxus und gutem Leben endet ein Jahr vor der Wende jäh. Er wird zu zehn J
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"Über Geld spricht man nicht - das hat man": Mit diesem Motto macht Thomas B. (Sebastian Thiers, l.) sich nicht unbedingt beliebt bei seinen Arbeitskollegen. Doch gegen kleinere Geschenke - etwa Zigaretten - haben sie nichts einzuwenden. Auch wenn seine G
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"Aus alt mach neu": Thomas B. (Sebastian Thiers) nimmt nur Käufer, die einen alten Trabi besitzen. Sie müssen aus ihrem Altwagen die Fahrgestellnummer abmachen und ihm zuschicken. Diese klebt Thomas B. in den geklauten Neuwagen ein.
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Originaltitel
Ein Tag in der DDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Info, Zeitgeschichte

Ein Tag in der DDR: Der Trabi-Krimi

Der Film dreht sich um einen spektakulären Autoklau durch einen Trabi-Werksangehörigen in einem Volkseigenen Betrieb. Der Dieb war Teil des Milieus, wollte aber ein Leben mit mehr Luxus. Die Dokumentation konstruiert anhand der Prozessakten und Aussagen von Kollegen minutiös den Ablauf des 25. und letzten Diebstahls eines Trabanten aus dem Werk des VEB Sachsenrings in Zwickau am 31. März 1988. In den Verhörprotokollen hat der Dieb Thomas B. seine Handlungen und Motive den Ermittlern detailliert geschildert: Er habe "ohne Mühe zu Geld kommen" wollen, um seinen Eltern zu zeigen, dass er zu wirtschaften verstehe. Außerdem sei die Gefahr, erwischt zu werden, gering gewesen. Tatsächlich stiehlt Thomas B. acht Jahre lang ein Auto nach dem anderen, bevor seine Taten auffliegen. Es ist der größte Autoklau der DDR-Geschichte. Der Protagonist landet im Gefängnis, nach der Wende wird seine Haftstrafe reduziert, auf Bewährung kommt er frei. Sein Raubgut, der Trabant, bleibt ein Kultobjekt des Lebensgefühls Ost. Noch heute ist der Trabi-Kult überaus lebendig, unendlich viele Geschichten ranken sich um ihn. Nahezu jeder Autofahrer aus der früheren DDR kann dabei mitreden. Das Auto ist ein zentrales Symbol ostdeutscher Identität, steht für ein ganzes Industriemilieu: die Welt der Volkseigenen Großbetriebe und ihrer Belegschaften. So ist der Film mehr als eine Kriminalgeschichte, er ist zugleich das Eintauchen in die Lebenswelt des real existierenden Sozialismus in der DDR.

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