Der Staufer Friedrich II. galt als Verfechter von Aufklärung und Toleranz. Er war aber auch ein Machtmensch, der mit fünf aufeinander folgenden Päpsten schärfste Auseinandersetzungen führte. Mehrfach wurde er als Ketzer exkommuniziert. Das Porträt zeigt ihn in all seiner Widersprüchlichkeit.

Der Stauferkaiser Friedrich II. (1194 bis 1250), Regent eines Risenreichs von der Nordsee bis zum Mittelmeer, sah sich als Nachfolger der römischen Cäsaren und als Kaiser von Gottes Gnaden – und damit zuständig für die Ordnung der Welt. Diese Vorstellung widersparch naturgemäß den Ansprüchen der machtbewussten Päpste der damaligen Zeit. Friedrich, eine absolute Ausnahmeerscheinung auf dem Kaiserthron, Vordenker für Aufklärung und Toleranz, setzte sich mit fünf aufeinanderfolgenden Päpsten auf nie da gewesene Weise auseinander. Er wurde mehrfach exkommuniziert und war auch nach seinem Tod noch als Ketzer und Antichrist verschrien. Der kunstsinnige und literarisch gebildete Kaiser war allerdings ein Machtmensch, der Härte und Gewalt nie scheute. Selbst seinen eigenen Sohn, den abtrünnigen König Heinrich, ließ er verhaften und in verschiedenen Kerkern schmachten.

Das von südlichen Farben geprägte ZDF-ARTE-Porträt von Markus Augé zeigt – nicht zuletzt in stringenten Kommentaren – einen Kaiser in seinen Widersprüchen als einen Mann, der auch 800 Jahre nach seinem Tod nichts von seiner Faszination verloren hat.


Quelle: teleschau – der Mediendienst