Eine sehr persönliche Reise durch die deutsche Kabarettgeschichte: Aljoscha Pause porträtiert seinen Vater als Kleinkunst-Größe Fritz Litzmann, aber auch als Leerstelle im Familiengefüge. Der Dokumentarfilm zeichnet den Werdegang von Rainer Pause nach, der es als Kabarettist und Gründer der Pantheon-Bühne in Bonn zu Ruhm brachte und damaligen Newcomern wie Helge Schneider und Michael Mittermeier zum Erfolg verhalf. Als Zeitzeugen treten neben Aljoscha Pauses ehemaligem Klassenkameraden Bastian Pastewka auch Helge Schneider, Jürgen Becker, Georg Schramm, Norbert Alich, Carolin Kebekus und Nina Hoger auf. Auch weniger prominente, enge Schulfreunde zeichnen das eindrückliche Bild eines ungewöhnlichen Künstlerkosmos. Ohne Berührungsängste, aber auch ohne Bitterkeit, rekapituliert der Dokumentarfilmer Aljoscha Pause die Schwierigkeiten, die durch die Selbstverwirklichung des alleinerziehenden Vaters innerhalb der Achtundsechziger-Bewegung für ihn in seiner Entwicklung entstanden. Er erzählt vom Aufwachsen in einer Kommune voller Individualisten, von einer Kindheit ohne Struktur oder Aufsicht, von einer rebellischen Jugend und nicht zuletzt von seinem Weg in ein eigenständiges, glückserfülltes Leben. Aljoscha Pause wurde 1972 in Bonn geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach dem Studium der Romanistik arbeitete er als Sportreporter und -redakteur unter anderem für Premiere, Sat1 und DSF, wo er seine Leidenschaft zum Fußball pflegte - eine Sportart, die in seinem linksalternativen Elternhaus eher verpönt war. Seine ersten langen Dokumentarfilme wie "Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen", "Trainer!" und "Being Mario Götze - Eine deutsche Fußballgeschichte", der vom Verband Deutscher Sportjournalisten als bester deutscher Sportfilm ausgezeichnet wurde, spielen ebenfalls auf diesem Feld. Es folgten die Künstlerporträts "Wie ein Fremder - Eine deutsche Popmusik-Geschichte" über den Musiker Roland Meyer de Voltaire und "Art is a State of Mind" über den ehemaligen Wirtschaftsanwalt Bernhard Zünkeler, der seine Karriere in der Businesswelt aufgab und einen radikalen Neuanfang in der Kunst wagte. Beide Produktionen wurden von 3sat als Free-TV-Premiere gezeigt. "Fritz Litzmann, mein Vater und ich" feierte 2025 seine Premiere auf dem DOK.fest München, wo er für den Produktionspreis nominiert war. Auch wurde er im selben Jahr für die Filmmusik von Roland Meyer de Voltaire mit dem Deutschen Filmmusikpreis ausgezeichnet.
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