Höhenflüge
Info, Wirtschaft + Konsum • 07.04.2021 • 22:50 - 00:20
Lesermeinung
Mehrere Auszeichnungen hat der Taubensport Andreas Drapa bereits eingebracht.
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Vor allem in China kann Andreas Drapa (oben) viel Geld mit seinen Tauben verdienen.
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Für die Hobby-Züchterin Uschi sind ihre Tauben so etwas wie ihre Ersatzfamilie.
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"Die guten Tauben zeigen sich daran, wenn sie den Zweck erfüllen. Den Zweck, den sie erfüllen müssen, sind Wettflüge", erklärt Andreas Drapa im Film.
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Originaltitel
Höhenflüge
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Info, Wirtschaft + Konsum

Einst Hobby, heute Business

Von Elisa Eberle

Brieftauben sind weit mehr als ein einfaches Hobby: Welches millionenschwere Geschäft sich um den Taubensport rankt, zeigt ein sehenswerter "Dokumentarfilm im Ersten".

Brieftauben verbinden viele vermutlich mit alten Filmen oder Märchen. Die Tatsache, dass die gefiederten Freunde heute Bestandteil eines äußerst lukrativen Geschäfts sind, dürfte hingegen eher wenigen Menschen bewusst sein. Doch um eben jenen Taubensport, der sogar eine eigene Olympiade vorweisen kann, geht es in dem ungewöhnlichen "Dokumentarfilm im Ersten: Höhenflüge".

Die mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete baden-württembergische Filmemacherin Lena Leonhardt ("Hundesoldaten") begleitet darin drei Protagonisten, die den Tauben ihr ganzes Leben verschrieben haben: Da wäre zunächst die Fabrikarbeiterin Uschi, die den Taubensport seit vielen Jahren als Hobby betreibt. Für sie, so wird schnell klar, sind die Tauben nicht nur irgendwelche Tiere. Vielmehr sind sie so etwas wie ihre Familienangehörige, die sie in- und auswendig kennt: "Für mich ist das keine Maschine", erklärt sie. "Wenn ich sehe, die Taube kann nicht mehr, dann bleibt sie zu Hause, egal wie viele Preise sie hat und wo sie stehen könnte."

Das "Rennpferd des kleinen Mannes"

Ähnlich sieht es auch Walter, der als Jurist und Hobby-Taubenzüchter in der Nähe von Düsseldorf lebt. Wie viele Menschen im Ruhrgebiet fühlt auch er sich seit seiner frühen Kindheit mit dem Taubensport verbunden. Seine Eltern, so erzählt er, lernten sich gar über das gemeinsame Hobby kennen. Daher weiß er auch um den besonderen Wert, den eine Brieftaube einst hatte: Sie galt als das "Rennpferd des kleinen Mannes". "Wenn man eine Taube hatte, dann hatte man auch Respekt", erklärt er in dem Film.

Heute wird das einstige Hobby allerdings immer weiter in den Hintergrund gedrängt, was nicht zuletzt an Großinvestoren wie Andreas Drapa liegt: Mit dem professionalisierten Taubensport hat sich der gelernte Fliesenleger in den vergangenen Jahren einen millionenschweren Besitz erarbeitet. Heute, so erklärt er stolz, bekomme er Anfragen aus der ganzen Welt, darunter allen voran von Kunden aus China und Dubai.

Prädikat "besonders wertvoll"

Gerade das Reich der Mitte, so erfährt man, zeige großes Interesse an Wetten auf Taubenrennen. Die Bedingungen dort, erklärt Drapa, seien mit jenen in Europa nicht zu vergleichen. Deshalb, so schätzt er, werde es in vielen europäischen Regionen in wenigen Jahren überhaupt keinen Taubensport mehr geben. Die Konkurrenz sei einfach zu groß.

Anhand dieser drei Beispiele stellt der rund 90-minütige Dokumentarfilm zwei auf den ersten Blick vollkommen konträre Welten gegeneinander: Die Tradition und Heimatverbundenheit auf der einen Seite und der vom Profit geprägte Kapitalismus auf der anderen. Das Ganze geschieht vollkommen unkommentiert und in Kombination mit einigen beeindruckenden Luftaufnahmen und inszenatorischen Kniffen, welche dem Film das Prädikat "besonders wertvoll" der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW einbrachten: "Nach Abwägung aller Argumente zeichnet die Jury den Film aufgrund seiner eindeutigen inszenatorischen und erzählerischen Stärken mit dem Prädikat 'wertvoll' aus", heißt es in der entsprechenden Erklärung.

Dokumentarfilm im Ersten: Höhenflüge – Mi. 07.04. – ARD: 22.50 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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