Max, Mitte 40 und Redakteur bei einem Steglitzer Wochenblatt, wird von seinem Chef gefeuert. In seiner Ehe läuft's auch nicht gut. Nancy, die gute Fee vom Fitnessclub, soll ihn retten. Das ZDF verfilmte mit "Hüftkreisen mit Nancy" den gleichnamigen Roman von Stefan Schwarz.

Mit 45 scheint das Leben für Max (Felix Knopp) gelaufen. Dabei steht er doch eigentlich mittendrin. Max hat eine nette Frau und zwei Kinder. Aber es hat sich Gewohnheit eingestellt – im Beruf, wenn man den Job beim "Steglitzer Anzeiger" so nennen kann, und im Eheleben. Ein bisschen schläfriger Sex noch vor dem Aufwachen und simultan dazu den Alltag der Kinder organisieren. Das kann nicht so weitergehen. Tut es auch nicht. – In Berlin drehte Regisseur Miko Zeuschner die Komödie "Hüftkreisen mit Nancy" nach dem gleichnamigen Roman von Stefan Schwarz. Das ZDF zeigt sie zur besten Sendezeit.

Kaum stimmen die Kollegen zum Geburtstag ein schräges "Happy Birthday" an, da wird Max auch schon zum Chef des Anzeigenblättchens gerufen. "Ich frage mich: Wo ist der Max geblieben, den ich vor 17 Jahren eingestellt habe?" Max ist gekündigt – da nützt der Verweis auf "die Henry Nannen" jetzt auch nichts mehr.

Max sagt zu Hause bei seiner Frau Tina (Rebecca Rudolph) nichts davon. Er nimmt erstmal den nächsten Weg in den Park, seinen roten Sitzball fürs Kreuz unter den Arm geklemmt. Der landet im unsäglich grautristen Weiher, wo prompt am anderen Ufer eine engelsgleiche Fee mit akrobatischen Körperbewegungen erscheint – zweifellos seine Retterin, wie man annehmen könnte. Max folgt jedenfalls der Spur seiner guten Fee – und landet in einer unsäglich tristen Muckibude, wo tätowierte Zuhälter und Türsteher die Handeln drücken. Wo aber – eben – auch Nancy, die Fee (Helen Woigk), die Hüften fabelhaft kreisen lässt und darüber hinaus als Fitnesstrainerin die Willigen zu Aerobic und Entengängen animiert.

SIngen hilft

Man reibt sich verwundert die Augen und denkt sich: Wo soll das hin? Will dieser Max wirklich die kaputt gelaufene Ehe retten, indem er einen Zweijahresvertrag in der Muckibude unterschreibt? Erhofft er sich Rettung von einer Zwanzigjährigen? Und dann mischen ja auch noch seine Schwiegereltern mit. Während der Schwiegervater gute Ratschläge erteilt, mahnt die Schwiegermutter zum perfekten Sex. Max kriegt was von nie gehabtem "multiplem Orgasmus" mit – dabei hatte seine Frau Tina ihm doch immer genau davon vorgeschwärmt. Egal, Max lernt dazu, sein Leben ist ein einziger Bildungsroman. Max will bleiben und seine Ehe retten.

Dafür nimmt dieser er vieles auf sich. Alsbald wird daheim sein merkwürdiges Faible für Nancy entdeckt, der Algen-Gesundheitssalat im Kühlschrank spricht Bände. Die fällige Paartherapie lässt da nicht lang auf sich warten. Empfohlen wird eine Wiederholung des ersten Dates. Und dann, weil das nichts bringt, es doch mal mit getrennten Wohnungen zu versuchen.

Das ist alles ganz nett und von der Regie (Miko Zeuschner) ein wenig wie im richtigen Leben montiert. Ohnehin ist die Unbeschwertheit das Erstaunlichste an dieser plauderseligen Beziehungskiste. Dass dann Max an Tinas Geburtstag doch noch zur Ukulele greifen muss und als Minnesänger vor Tinas Türe tritt, ist ein rührendes Eingeständnis dessen, dass sich Taschen-Bestseller nicht leicht verfilmen lassen. Der Charme des Subjektiven (Romanvorlage von Stefan Schwarz, 2010) ist so ein wenig verschwunden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst