Madagaskar - Der achte Kontinent
18.03.2026 • 16:45 - 17:30 Uhr
Natur + Reisen, Landschaftsbild
Lesermeinung
Frau Lanto lebt mit ihren drei Kindern in Andasibe.
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Nini und Solofo feiern gemeinsam mit Hunderten Gästen das Famadihana-Fest.
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Ponk malt mit Straßenkindern in Antananarivo. Ein Zuhause oder Eltern, die sich um sie kümmern, haben sie nicht mehr.
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Wellen brechen am Strand von Sambava: Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt.
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Originaltitel
Madagaskar - Der achte Kontinent
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Natur + Reisen, Landschaftsbild

Madagaskar - Der achte Kontinent

Madagaskar ist einzigartige Wildnis und Heimat von knapp 30 Millionen Madagassinnen und Madagassen. Und Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Madagaskar ist derart verschieden und facettenreich, es scheint mehr zu sein als bloß ein Land. Nicht umsonst gilt die viertgrößte Insel der Welt als der achte Kontinent. Diese Dokumentation spielt im Urwald und am Strand, in der staubigen Steppe und auf den belebten Straßen der Hauptstadt Antananarivo. Der Film ist ein aufregender Streifzug durch das einfache, ursprüngliche, raue Madagaskar. Berühmt ist Madagaskar für zweierlei: die Lemuren, eine Affenart, von der es über 100 verschiedene Arten gibt und die ausschließlich auf Madagaskar und ein paar kleineren Inseln in der Nähe leben. Und für die Vanille. Die Sava-Region im Nordosten des Landes ist das weltweite Zentrum für den Anbau der sogenannten Königin der Gewürze. Die Arbeit auf dem Feld ist extrem aufwendig, jede einzelne Blüte muss per Hand bestäubt werden. Belina ist seit 20 Jahren Vanille-Bäuerin und Tag für Tag unterwegs in den Hügeln ihrer Plantage. Sie schleift eine Art Speer mit einer messerscharfen Klinge. "Das verwenden wir, um die Vanilleschoten zu bewachen, wenn sie reif sind. Wir haben ja keine Schusswaffen." Seit ein paar Jahren plündern Vanille-Diebe regelmäßig die Plantagen. Denn Vanille war eine Zeitlang wertvoller als Silber, der Preis für ein Kilo schwarze Vanilleschoten kletterte auf 600 Euro. Aktuell ist der Preis zwar eingebrochen, doch wertvoll ist die Ware noch immer. Damit aus den grünen Schoten verkaufsfertige, schwarze Schoten werden, wird die Vanille nach der Ernte getrocknet und fermentiert. Marie Rasoandalana arbeitet in einem kleinen Betrieb in dem Städtchen Sambava. "Ich bin stolz auf die Sava-Region, weil wir wertvolle Produkte für die ganze Welt produzieren", sagt sie und bringt einige Wannen voll mit Vanilleschoten nach draußen, die sie auf riesigen Bänken in der prallen Sonne ausbreitet. Ponk, der mit bürgerlichem Namen Lucas Sergio Andriananja heißt, will diese Realität sichtbar machen. Er ist wohl der bekannteste Streetart-Künstler des Landes, er sprüht fotorealistische Airbrush-Motive, meist Porträts von Kindern. "Oft haben die Kinder ferne Träume, wie Astronaut oder Universitätsprofessor zu werden. Doch es wird schwierig sein, diese Träume zu verwirklichen", sagt Ponk. In seiner Freizeit kümmert er sich um eine Gruppe Straßenkinder in Antananarivo. Ein Zuhause oder Eltern haben diese Kinder nicht mehr. "Das Leben ist hart. Manchmal bin ich verzweifelt", sagt Benjamin, der acht Jahre alt ist. Fabien, sein Kumpel, ergänzt: "Das Schwerste ist, dass es nachts sehr kalt wird. Wenn du draußen schläfst, musst du die Kälte ertragen." Benjamin und Fabien sind zwei von Zehntausenden Straßenkindern in der Stadt. In Andasibe, einem kleinen Städtchen im Zentralmassiv, sitzt Madame Lanto in ihrem Büro im Bahnhof und verkauft Fahrscheine. Sie ist die Bahnhofsvorsteherin und will dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. Die Tsara-Dia-Linie von Moramanga an die Ostküste ist eine Lebensader für die Menschen, die hier leben. Der Zug verkehrt auf einer malerischen Strecke entlang des Flusses Vohitra und verbindet Dörfer, die mit dem Auto nicht zu erreichen sind. "Das ist das einzige Transportmittel hier", sagt Razafindramanitra, der in dem Dörfchen Fanasana eine Apotheke betreibt. Alles kommt hier mit dem Zug an: seine Medikamente, Lebensmittel, Möbel, die Post. "Während der Covid-Zeit, als der Bahnbetrieb ausgesetzt war, sind wir zu Fuß gegangen. 60 Kilometer hin und 60 Kilometer wieder zurück. Wir sind auf den Bahngleisen gegangen. Madagaskar ist die Heimat von faszinierenden Tieren und von wunderbaren Menschen, die voller Zuversicht für eine gute Zukunft kämpfen.

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