More than Honey - Bitterer Honig
22.11.2018 • 20:15 - 21:45 Uhr
Spielfilm, Dokumentarfilm
Lesermeinung
Auch in der traditionsreichen Welt des Schweizer Bergimkers Fred Jaggi hat das mysteriöse Bienensterben Einzug gehalten.
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Bienenhonig im globalen Zeitalter - was vielen als Inbegriff natürlicher Heilkräfte gilt, ist längst Industrieprodukt geworden.
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Schwer erziehbar: Die Killerbiene scheint sich systematisch an Orten anzusiedeln, die für Menschen kaum erreichbar sind.
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Faszinierende Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Biene: Regisseur Markus Imhoof porträtiert ein oft idealisiertes und heute überfordertes Tier.
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Der Imker Fred Terry lebt in friedlicher Koexistenz mit so genannten Killerbienen, die effizienter Honig produzieren und krankheitsresistenter sind.
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Pakete voller Arbeitskraft: Die Bienenvölker müssen für den Weltmarkt fit gemacht werden.
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Der Imker Fred Terry lebt in friedlicher Koexistenz mit so genannten Killerbienen, die effizienter Honig produzieren und krankheitsresistenter sind.
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Armeen für den großindustriellen Bedarf an Naturprodukten: In Kalifornien werden Bienenvölker für den Weitertransport abgepackt.
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Produktionsland
Deutschland / Österreich / Schweiz
Produktionsdatum
2012
Spielfilm, Dokumentarfilm

Eine Heldengeschichte

Von Jasmin Herzog

Mit beeindruckenden Bildern gelang dem Schweizer Regisseur Markus Imhoof eine kleine Perle der Filmkunst zum Thema Bienenzucht.

"Wenn die Bienen von der Erde verschwinden, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus", soll Einstein einmal gesagt haben. Warum das so ist und weshalb dieses oder ein ähnlich erschreckendes Szenario gar nicht mehr in so weiter Ferne liegt, zeigt der eindrucksvolle Dokumentarfilm "More than Honey – Bitterer Honig" (2010), der nun bei 3sat wiederholt wird. Für den renommierten Schweizer Filmemacher Markus Imhoof, 1982 oscarnominiert für seinen Film "Das Boot ist voll", war das Projekt auch eine Familienangelegenheit: Sein Großvater, so bekennt er aus dem Off, habe 150 Bienenvölker besessen.

Als Kind habe Imhoof nicht gewusst, dass er "den Blumen beim Sex zuschaut: Die Pflanzen können sich nicht umarmen, sie brauchen einen Liebesboten – eine Biene." Doch wer sich jetzt an seinen Biologieunterricht erinnert fühlt und ein einschläferndes Werk über den Schwänzeltanz der Biene befürchtet, befindet sich auf dem Holzweg. Stattdessen erwartet den Zuschauer ein komplexer Film über das Universum der Bienen, das mit dem unserem unauslöschlich verknüpft ist.

Imhoof nimmt mit auf eine filmische Reise über vier Kontinente: Unter anderem erzählt der Filmemacher vom Schweizer Jaggi, dessen Bienen im allzu engen Tal letztlich an Inzucht zugrunde gehen. In Österreich dagegen manipulieren Züchterinnen ihre Bienen, damit sie fleißig Königinnen produzieren. Diese werden dann auf dem seelenlosen Postweg lebendig verschickt.

In China hingegen stößt Imhoof auf ein Szenario, das einem Science-Fiction-Film entnommen sein könnte: Im Norden des Landes gibt es bereits keine Bienen mehr. Händler karren aus dem Süden Pollen heran, wo sie dann von einem Heer von Arbeitern auf jede einzelne Blüte getupft werden! "Die Bienen sterben am Erfolg der Zivilisation", resümiert Imhoof.

Nicht zuletzt die im Film ebenfalls dokumentierte außerordentliche (Schwarm-)Intelligenz dieser Tiere lässt den Zuschauer mit einem Gefühl zurück, das ebenfalls Einstein in treffende Worte gepackt hat: "Man kann Probleme nicht mit denselben Gedanken lösen, mit denen sie entstanden sind."


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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