Neonazi-Konzerte und das Geschäft mit dem Hass -
13.03.2026 • 01:20 - 01:50 Uhr
Info, Zeitgeschichte
Lesermeinung
Cathleen Wegener engagiert sich im Schleusinger Bündnis gegen Rechtsextremismus in ihrer Heimat.
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Hubert Böse hat sich in seiner Zeit als Bürgermeister in Themar gegen die Rechtsrockkonzerte engagiert.
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Poul Müllers Themarer Vorfahren wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Er lebt in Dänemark und engagiert sich für die Aufarbeitung der Geschichte.
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Die kanadische Historikerin Sharon Meen bringt mit ihrer Arbeit jüdische Familien aus der ganzen Welt zusammen – und zurück nach Themar.
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Originaltitel
Neonazi-Konzerte und das Geschäft mit dem Hass - Kein Widerstand im Rechtsrockland?
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Info, Zeitgeschichte

Neonazi-Konzerte und das Geschäft mit dem Hass -

Seit anderthalb Jahren betreibt der Neonazi Tommy Frenck im südthüringischen Brattendorf einen neuen Gasthof. Oft finden dreimal wöchentlich rechtsextreme Konzerte in dem kleinen Ort statt, im Gastraum prangt eine riesige Schwarze Sonne an der Decke, im Advent feiern Eltern mit ihren Kindern zur Musik eines Nazi-Liedermachers Kinderweihnacht. Die Behörden setzen den Umtrieben kaum etwas entgegen. Brattendorf ist innerhalb kürzester Zeit zur Pilgerstätte für Neonazis und rechtsextreme Bands aus dem In- und Ausland geworden. Sicht- und hörbarer Widerstand regt sich in dem kleinen Ort nicht. Niemand stellt sich hier offen gegen den Nazi und seinen Gasthof. Brattendorf und seine Einwohnerschaft sind gespalten. Dabei hatten die Behörden Ende der 2010er Jahre den Neonazi-Großkonzerten in der Region ein vorläufiges Ende gesetzt. Nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren um das Vorkaufsrecht der Gemeinde am "Goldenen Löwen" hatte Frenck seinen alten Gasthof im benachbarten Kloster Veßra 2024 verlassen müssen. Gleichzeitig gewann die extreme Rechte in der Region parlamentarisch an Boden. Die in Thüringen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bekam bei der Landtagswahl 2024 im Landkreis Hildburghausen knapp 40 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Kommunalwahlen im selben Jahr scheiterte Tommy Frenck vom rechtsextremen "Bündnis Zukunft Hildburghausen" mit 30,5 Prozent erst in der Stichwahl. Und was viele nicht ahnten - der Rechtsextremist und sein Geschäfts-Netzwerk hatten sich bereits Jahre zuvor eine größere Immobilie im nahen Brattendorf gesichert - unter den Augen der Behörden. Fast ein Jahrzehnt lang hatte Frenck in Südthüringen den Gasthof "Goldener Löwe" betrieben. Der kleine Ort Kloster Veßra war zum Anlaufpunkt für die bundesweite Neonazi-Szene geworden. Rechtsextreme Festivals mit zum Teil mehreren tausend Teilnehmern brachten Thüringen internationale Schlagzeilen und den unrühmlichen Ruf als "Rechtsrockland" ein. Von Anfang an wehrten sich aber auch die Demokratie-Bündnisse in der Region gegen den rechten Hass vor ihrer Haustür. Aus einer Handvoll engagierter Bürger ist heute mit dem "Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra" eine verlässliche Anlaufstelle und ein Schutzraum für all jene geworden, die sich offen gegen eine rechtsextreme Hegemonie in der Region stellen und für ihren Mut angefeindet werden. Der Film porträtiert die rechtsextremen Umtriebe der letzten Jahre, den Kampf gegen rechts einiger mutiger Bürger und stellt die Frage: Wie geht es weiter im Rechtsrockland?

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