Nord bei Nordost - Jagd in die Vergangenheit
08.01.2026 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Die Polizistin Nina Hagen (Cordelia Wege, li.) übernimmt mit ihren Kollegen Bittner (Franz Dinda, Mitte) und Engelmann (David Bredin, re.) einen sehr persönlichen Fall.
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Vor drei Jahren gab es einen brutalen Überfall auf einen Geldtransporter.
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Vor drei Jahren gab es einen brutalen Überfall auf einen Geldtransporter. Das Geld wurde nie gefunden.
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Vor drei Jahren gab es einen brutalen Überfall auf einen Geldtransporter.
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Originaltitel
Nord bei Nordost
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Serie, Krimireihe

Suche nach dem mysteriösen dritten Mann

Von Rupert Sommer

Auch in ihrem zweiten Fall muss sich Nina Hagen, die von Cordelia Wege gespielte neue Ermittlerin der "Nord bei Nordost"-Reihe, ihrer ganz persönlichen Vergangenheit stellen. Es ist ein Krimi, der eine düstere Sogwirkung entwickelt.

Schon der Auftaktfilm der neuen "Nord bei Nordost"-Reihe im Oktober 2024 war gelungen: Mehr als sechs Millionen Krimifans sahen zu, als die Ermittlerin aus der Mecklenburgischen Seenplatte ihren ersten Fall löste. Der Mix aus rauer Atmosphäre, ungewöhnlich zusammengestellter Ermittlergruppe und den magisch-melancholischen Landschaftsbildern fand auf Anhieb ein großes Publikum und machte Lust auf mehr. Auch im zweiten Fall ("Jagd in die Vergangenheit") muss sich Revierleiterin Nina Hagen (gespielt von Cordelia Wege) ihrer persönlichen Vergangenheit stellen – und atemberaubenden Action-Ermittlungen.

Im Mittelpunkt steht erneut die Polizistin, von der es mit Augenzwinkern in der Reihe heißt, dass ihre Eltern ihr ganz bewusst den doch recht interessanten Namen Nina Hagen gaben. Cordelia Wege spielt eine Polizistin, die sich nicht nur beruflich, sondern auch privat ihren eigenen Kopf bewahrt. Und diesmal darf sie auch neue, durchaus warme Facetten zeigen. "Ich mag das sehr", erklärte die Schauspielerin in einem Interview zu den Dreharbeiten. "Sie geben Nina eine Sensibilität, machen sie nahbarer und zugewandter. Nina ist eben nicht die Frau, die immer alles im Griff hat. Es war unser gemeinsames Anliegen, zusammen mit der Regisseurin Aelrun Goette meiner Figur in diesem Film eine Sinnlichkeit zu geben."

Gemeinsam mit ihren Darsteller-Kollegen David Bredin und Franz Dinda bildet Cordelia Wege in den ARD-Krimifilmen ein Trio, das sich über klassische Rollenmodelle hinwegsetzt. Ihre Dynamik – mal stur, mal verschmitzt, mal überraschend emotional – trägt wesentlich zum Ton der Reihe bei, die sich zwischen lakonischem Humor und menschlicher Verletzlichkeit bewegt. Der neue Film führt Nina Hagen diesmal in ihr eigenes Leben zurück.

Als der verurteilte Mörder Werner Roth (intensiv gespielt von Charakterdarsteller André M. Hennicke) aus dem Gefängnis flieht, trifft Nina der Fall mitten ins Herz: Roth war zu DDR-Zeiten ein enger Freund ihrer Eltern, fast ein Familienmitglied. Er wurde damals bei einem gescheiterten Fluchtversuch gefasst, während ihre Eltern den Sprung in den Westen schafften. Später verband ihn eine enge Freundschaft mit der im Westen geborenen Nina – bis er vor drei Jahren überraschend zum Täter eines brutalen Überfalls wurde. Doch vieles an diesem Fall passt für Nina bis heute nicht so recht zusammen. Was kann man glauben?

Ein Fallschirmsprung aus 3500 Metern Höhe

Die Begegnung mit Roths Vertrauter Teresa Lind (Mélanie Fouché) endet dramatisch – und Roth verschwindet erneut. Während die Fahndung läuft, wühlen Nina und ihre Kollegen in alten Akten. Ein Millionenraub, ein verschwundener Komplize, widersprüchliche Geständnisse und die Ermittlungen ihres verstorbenen Vaters als damaliger Polizeichef: All das entfaltet sich zu einem Netz aus Geheimnissen, das sie zwingt, sich ihrer eigenen Familiengeschichte zu stellen. Wer war der mysteriöse dritte Mann? Warum hat Roth geschwiegen? Und wer könnte heute noch ein Interesse an der Wahrheit haben?

Inszeniert wird der Fall von Aelrun Goette, die – wie der Autor Holger Karsten Schmidt – mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet ist. Sie führt die Geschichte mit Tempo und präzisem Gespür für emotionale Nuancen zu einem Finale, das sowohl actionreich als auch tief persönlich ist. Die Mecklenburgische Seenplatte dient dabei nicht nur als Kulisse, sondern als atmosphärischer Resonanzraum: mal friedlich, mal düster, mal rätselhaft – und immer ein wenig entrückt.

Mit seinem Mix aus Familiendrama, Thriller-Elementen und nord(ost)deutscher Melancholie zeigt "Nord bei Nordost" erneut, warum die ARD auf diese Marke setzt: eigenwillig, emotional und mit einer Heldin, die sich zwischen Pflicht und Vergangenheit behaupten muss. Und auch der Schauspielerin verlangt die Reihe einiges ab: Schon in ihrem Auftaktfilm musste sich Cordelia Weg einem taffen körperlichen Kampf stellen – diesmal sogar einem Fallschirmsprung aus rund 3500 Metern Höhe.

"Ich mache auf diese Weise Erfahrungen, die nicht alltäglich sind, die mich körperlich herausfordern", sagt sie dazu. "Solange ich keine Stunts mache, die mit einem echten Risiko verbunden sind – und bei dem Tandemsprung fühlte ich mich dank der professionellen Begleitung sehr sicher -, nehme ich derartige Angebote immer wieder gern an. Der Tandemsprung war ein unfassbares Erlebnis! Besonders der freie Fall in der ersten Minute außerhalb von Raum und Zeit war unbeschreiblich schön und unvergesslich."

Nord bei Nordost – Jagd in die Vergangenheit – Do. 08.01. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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