Onward: Keine halben Sachen
Spielfilm, Animationsfilm • 02.10.2022 • 20:15 - 22:15
Lesermeinung
Der schüchterne Ian Lightfoot (links) lässt sich von seinem abenteuerlustigen Bruder Barley zu einer magischen Reise überreden.
Vergrößern
Er weiß nicht, was in ihm steckt: Ian (links) ist von seinen magischen Elfenkräften fast noch mehr überrascht, als sein mit allen Zauberwassern gewaschener Bruder Barley.
Vergrößern
Ian (rechts) hat zur Freude seines Bruders Barley ihren vor Jahren verstorbenen Vater zurückgezaubert - allerdings nur von der Hüfte abwärts.
Vergrößern
Die Reise zum Zauberstein wird für Ian (rechts) und Barley eine Reise zu sich selbst.
Vergrößern
Originaltitel
Onward
Produktionsland
USA
Produktionsdatum
2020
Altersfreigabe
6+
Spielfilm, Animationsfilm

Ohne Magie geht's nicht

Von Andreas Fischer

Vatersuche und Bruderliebe: Pixar erzählt mit "Onward: Keine halben Sachen" eine klassische Heldenreise vor tragischem Hintergrund und lässt zwei nerdige Elfen den verlorenen Zauber ihrer Familie wiederfinden. Die magische Geschichte ist nun zum ersten Mal im Free-TV zu sehen.

Ein bisschen Magie schadet nichts, aber deswegen muss man ja nicht gleich die Technologie verteufeln: "Onward – Keine halben Sachen" bedient sich einfach bei beiden Welten, verbindet die guten alten Zeiten mit dem Fortschritt. Damit trifft der neue Pixar-Animationsfilm, der nun zum ersten Mal im Free-TV gezeigt wird, einen Nerv unserer Zeit – in der kaum ein Mensch Schritt halten kann mit dem Tempo technologischer Entwicklungen, in der aber auch die Sehnsucht nach Handarbeit wächst. Es ist ein hübscher zweiter Boden, den Regisseur Dan Scanlon da in seine unterhaltsame Mischung aus Fantasy-Märchen und Coming-of-Age-Geschichte eingebaut hat.

Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, Ian und Barley, die mit ihrer alleinerziehenden Mutter in einer auf Moderne getrimmten Märchenwelt leben. Sie sind Elfen, haben aber ihre magischen Fähigkeiten im Laufe der Jahrhunderte verloren. Genau wie all die Feen, Trolle, Zauberer und sonstigen Fabelwesen, die in New Mushroomtown leben. Sie alle sind irgendwann bequem geworden und haben ihre Gesellschaft technologisiert. Die Magie ging verloren, dafür gibt es aber mobiles Internet und einen Polizei-Zentaur, der früher mal 100 Kilometer pro Stunde schnell laufen konnte, mittlerweile aber lieber Auto fährt. Mit feiner Ironie und witzigen Übertreibungen baut "Onward" eine perfekte Brücke zwischen Märchenwelt und Realität, lässt mit räudigen Einhörnern und aggressiven Rocker-Feen aber auch einige Erwartungen ins Leere laufen.

PRISMA EMPFIEHLT
Täglich das Beste aus der Unterhaltungswelt bequem in Ihr Mail-Postfach? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "PRISMA EMPFIEHLT" und erhalten ab sofort die TV-Tipps des Tages sowie ausgewählte Streaming- und Kino-Highlights.

An seinem 16. Geburtstag bekommt Ian ein Geschenk, das ihm sein vor seiner Geburt verstorbener Vater hinterlassen hat: Mit Zauberstab und magischer Formel könnte er seinen Vater für einen Tag aus dem Jenseits zurückholen. Leider geht dabei etwas schief. Papa erscheint zwar, aber nur von der Hüfte abwärts. Um ihn ganz sehen zu können, müssen die beiden ungleichen Brüder in einer epischen Mission einen besonderen Zauberstein finden.

Eine klassische Heldenreise

Weil sie dafür nur 24 Stunden Zeit haben, ist "Onward" einerseits ein ziemlich vollgepacktes Actionabenteuer, mehr noch als ein atemloses Fantasymärchen ist der Film aber eine berührende Geschichte über Verlust und Unsicherheit und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Auf einer klassischen Heldenreise vor tragischem Hintergrund müssen Ian und Barley nicht nur ihren halben Papa komplettieren, sondern sich selbst als Familie.

Das klappt aber nicht so gut, weil sie aneinander vorbeileben. Metal-Head und Rollenspiel-Fan Barley engagiert sich für den Erhalt antiker Bauten und ist damit eine der wenigen Stimmen in der entzauberten Märchenwelt, für die Vergangenheit keine Komfortbremse ist, sondern die Möglichkeit zur Rückbesinnung bietet. Mit seiner Strategie des Innehaltens und umfassenden analogen Fähigkeiten ist er der perfekte Begleiter für seinen nerdigen kleinen Bruder, der mit altmodischen Landkarten nichts anfangen kann, sondern lieber auf Google Maps vertraut, weil sie dann schneller ans Ziel kommen.

Dass es eher um den Weg geht, daran lässt "Onward" in bester Pixar-Tradition keinen Zweifel. Aber Dan Scanlon erzählt davon sehr berührend und ausgesprochen ehrlich: Er hat selbst als kleiner Junge den Vater verloren und verarbeitet nun seine persönlichen Erfahrungen. Das macht seinen Film so entwaffnend herzlich, dass man sich der Tränen am Schluss überhaupt nicht schämen muss.

"Onward: Keine halben Sachen" – So. 02.10. – SAT.1: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
top stars
Das beste aus dem magazin
Sonja Gerhardt als Lisa Scheel
Star-News

Sonja Gerhardt: "Ich finde Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen, toll"

Sonja Gerhardt spielt die junge Ärztin Lisa Scheel, die sich als eine der ersten Frauen auf dem Gebiet der Chirurgie durchsetzen möchte. Der Spielfilm beruht auf wahren Begebenheiten.
Annekathrin Schrödl ist Apothekerin bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), Berlin.
Gesundheit

So wichtig ist der Beipackzettel

Mit ein paar Tipps ist es gar nicht schwer, die hilfreichen Informationen für eine sichere Anwendung zu finden und sich beispielsweise nicht von den vielen Angaben zu Nebenwirkungen verunsichern zu lassen.
Janina Fautz in "Auris".
HALLO!

Janina Fautz: "Ausgedachte Fälle sind mir lieber"

Ab dem 13. Dezember sind bei RTL+ die Krimis "Auris – Der Fall Hegel" und "Auris – Die Frequenz des Todes" zu sehen. Janina Fautz spielt darin eine True-Crime-Podcasterin.
Weihnachtsdorf des Hauses Käthe Wohlfahrt
Nächste Ausfahrt

Weihnachtsdorf in Rothenburg ob der Tauber

Wer noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung ist, sollte über einen Besuch in Rothenburg ob der Tauber nachdenken. Denn hier könnte sich das ganz schnell ändern. Der Grund: Am Marktplatz befindet sich das Weihnachtsdorf des Hauses Käthe Wohlfahrt.
Dr. med. Lutz Lindner, DEAA, ist Facharzt für Anästhesie an der Cambomed Klinik, Kempten.
Gesundheit

Keine Angst vor der Narkose

Die Anästhesie hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Zum einen sind sehr gut verträgliche und kreislaufschonende Medikamente entwickelt worden.
Stefanie Stappenbeck und Wanja Mues spielen die Hauptrollen in der neuen NDR Serie "Retoure".
HALLO!

"Es ist schwieriger, Leute zum Lachen als zum Mitfühlen zu bewegen"

Ein Turbokapitalist aus dem Westen plant ein verschlafenes Retouren-Center in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Global Player umzubauen. Er hat dabei nicht mit der taffen Chefin und ihrer Brigade gerechnet. In der neuen Serie "Retoure" spielt Stefanie Stappenbeck die Hauptrolle. Wir haben mit ihr gesprochen.