Ostfriesensünde
02.02.2019 • 20:15 - 21:45 Uhr
TV-Film, TV-Kriminalfilm
Lesermeinung
Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul) und Frank Weller (Christian Erdmann) sind nicht nur Arbeitskollegen, sondern kommen sich auch privat immer näher.
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"Ostfriesensünde": Rupert (Barnaby Metschurat) und Frank Weller (Christian Erdmann) stehen in einem Zimmer und schauen konzentriert auf ein Tablet, das Weller in der Hand hält. Zwischen den beiden sieht man im Hintergrund Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul).
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Peter Grendel (Andreas Euler) unterstützt die Ermittler bei einer ungewöhnlichen Bitte.
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Obwohl Anns Vater (Ernst Stötzner) ermordet wurde, verfolgt er Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul) immer noch in ihrer Vorstellung.
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Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul) sucht verzweifelt nach einem Zusammenhang zwischen den jungen Frauen, die alle dem selben Täter zum Opfer fielen und lebendig eingemauert wurden.
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Ubbo Heide (Kai Maertens) bekommt von Marion Wolter (Marie Schöneburg) die Nachricht, dass eine junge Frau in der Umgebung vermisst wird. Rupert (Barnaby Metschurat) konzentriert sich jedoch lieber auf die aktuellen Ermittlungen um eine mumifizierte Leiche.
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Lennart Gaiser (Constantin von Jascheroff) und Rosa Gaiser (Judith Engel) machen sich Sorgen um Vater und Ehemann Dr. Onno Gaiser und vermuten eine Entführung.
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Ermittlerin Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul) wird noch immer von dem dramatischen Tod ihres Vaters verfolgt.
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Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul) ist immer mit vollem Einsatz dabei, wenn es darum geht, mögliche Opfer noch lebend zu retten.
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Rupert (Barnaby Metschurat) und Frank Weller (Christian Erdmann) untersuchen ein Video, das Hinweise auf eine Entführung liefern könnte. Währenddessen möchte Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul) erneut mit der betroffenen Familie sprechen.
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Auch Manfred Kohl (Jan Georg Schütte), Mitglied einer freien Kirche und entschiedener Abtreibungsgegner, gerät im Laufe der Ermittlungen ins Visier der Polizei.
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Auch in diesem Fall muss Ermittlerin Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul) ihre Fähigkeiten bei der Suche nach Serienmördern unter Beweis stellen.
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Hint
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2019
TV-Film, TV-Kriminalfilm

Mit offenem Mund

Von Wilfried Geldner

Frauen wurden von einem Serientäter eingemauert! Auf Norderney gilt es für Christiane Paul, zu retten, was zu retten ist.

Auch in "Ostfriesensünde", dem dritten Ostfriesenkrimi nach einem Erfolgsroman des Bestsellerautors Klaus-Peter Wolf, hat sich die Hauptdarstellerin Christiane Paul als Hauptkommissarin Ann-Kathrin Klaasen wieder schwer mit dem Geist ihres bei einer Geiselnahme ums Leben gekommenen Polizistenvaters (Ernst Stötzner) herumzuschlagen. Der Alte setzt ihr aus dem Jenseits derart zu, dass sie bei einem neuerlichen Banküberfall schon mal voreilig zur Pistole greift und hinterher den Kurzschluss gar nicht mehr verwinden kann. Andererseits ist die Kommissarin, ebenso wie ihr Erfinder ein Fachmann, eine Fachfrau für Serientäter. Diesmal wirkt ein besonders gruseliger Fiesling deutschlandweit: Er mauert Frauen ein, bislang fast ein Dutzend an der Zahl. Die letzte Leiche wird soeben auf Norderney entdeckt.

Weil die Kommissarin von der Waterkant dank ihres erstaunlichen Einfühlungsvermögens bereits mehrere Fahndungserfolge in puncto Serienmorde vorzuweisen hat – in "Ostfriesenblut" machte sie zuletzt einen Psychopathen dingfest, der sich an seinen ehemaligen Internatslehrern rächte -, legt ihr nun ein leicht hemdsärmeliger Bayer vom Wiesbadener BKA (Stephan Zinner) den Fall des sogenannten "Maurers" ans Herz. Der Kerl aus Bayern hatte in der kriminalistischen Ostfriesenszene gerade noch gefehlt.

Die Zeit drängt, denn schon ist wieder eine junge Frau von der Bildfläche verschwunden. Auf dem Revier bleibt dennoch Raum für allerlei Kollegenscharmützel und -sottisen. Ist aber auch einigermaßen verfänglich, dass Ann-Kathrin ausgerechnet mit dem Kollegen Weller (Christian Erdmann) eine mitunter recht aufreibende Lebenspartnerschaft pflegt.

"Peter, würdest du mich einmauern?", fragt Ann-Kathrin einen netten Bekannten. Sie will sich in die Rolle der Opfer hineinversetzen, will spüren, wie das ist, wenn man dem Tod so nahe kommt – und damit den Zweck des grausamen Treibens entdecken. Es darf allerdings gefragt werden, ob nicht die zugleich gestarteten Verhöre und Recherchen auch für sich alleine zielführend gewesen wären, zumal die Regie (Rick Ostermann) im Verlies auf Zeit keine größeren psychologischen Experimente wagt.

Schon sehr bald, das lässt sich nun leider nicht länger verheimlichen, läuft alles auf eine Täterschaft im Dunstkreis des Abtreibungsparagraphen 218 zu. Ein abtreibewilliger Arzt wurde von religiösen Eiferern angefeindet und immer wieder mit Schmierereien bedacht. Ob aber deswegen gleich der bibelfeste Guru aus der freisinnigen Gemeinde von nebenan der mögliche Mörder ist?

Wie es sich auch immer verhalten mag: Mit seinem durchgeknallten Maurermeister macht es sich das Drehbuch doch etwas leicht. Was abstrahiert zwischen Buchdeckeln noch klappen kann, läuft hier schief: Im Film kommen das Schauerstück und die Abtreibungsproblematik einfach nicht zur Deckung. Und wenn Barnaby Metschurat als findiger Kommissar in der Arztpraxis mit offenem Mund im Hollywoodstil den tollen Macker macht, ist das leider fehl am Platz. Selbst die einfühlsame Kommissarin gerät beim Thema Abtreibung ins Gestrüpp der Paragraphen, wenn sie sich als Gesetzeshüterin ein wenig voreilig auf die Seite der Gegner des Werbeparagraphen 219 schlägt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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