Tatort
14.12.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
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Tatort: Der Elektriker
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Produktionsland
A
Produktionsdatum
2025
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Hilflos im Hebelift

Von Eric Leimann

Im "Tatort: Der Elektriker" ermitteln die Wiener Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) im Altersheim. Nachdem dort ein Rauchalarm für Hektik sorgte, findet sich ein Toter im Hebelift in der Badewanne. Ein Unfall scheint unwahrscheinlich – zumal niemand den Toten mochte.

Würde ein deutscher "Tatort"-Krimi im Altersheim spielen, wäre es wahrscheinlich ein Sozialdrama rund um Vereinsamung und Pflegenotstand. Themen, die auch in der Wiener Folge "Tatort: Der Elektriker" mitschwingen – und doch hat der Krimi mit Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) so viel intelligenten Schmäh, dass dieser Sonntagabend trotz Mord, Siechtum und tragischer Schicksale auch etwas Warmes hat. Der Fall beginnt mit einem wahren Griesgram: Heimbewohner Danijel Filipovic (Roman Frankl), der ehemalige Haustechniker, schimpft und pestet gegen alles, was ihm begegnet. Auch Tochter Linda (Gabriela García-Vargas) bleibt nicht verschont. Weil sie die schlechte Miene zum üblen Spiel ihres alten Herrn bereits kennt, kommt Linda deshalb extra regelmäßig am Badetag – um die Zeit mit dem Vater zu minimieren. Just ein solcher Badetag verläuft nun tragisch.

Als der Pfleger den Patienten freischwebend im Hebelift über der Wanne für den Badegang vorbereiten will, fällt nach einem Rauchalarm der Strom im Hause aus. Hektisch laufen Menschen durch Gänge, jeder von ihnen reagiert in irgendeiner Weise auf den Notfall. Als sich nach kurzer Zeit alles wieder beruhigt, liegt Filipovic tot in der Badewanne. Wer hat den Hebelift bewegt? Oder war es gar ein Unfall?

Moritz Eisner und Bibi Fellner nehmen Chef-Pfleger Horst Windisch (Michael Edlinger) unter die Lupe. Von scharfen Beobachtern wie Anna (Elfriede Schüsseleder) und Fritz (Johannes Silberschneider), einem ehemaligen Oberkellner, lassen sich die Ermittler aber auch die Charaktere und Beziehungen im Heim erklären. Aufschlussreiche Aussagen lässt sich das verschmitzte Informaten-Duo allerdings teuer bezahlen: Bibi und Moritz müssen mit den alten Kartenfüchsen das in Österreich beliebte Kartenspiel Schnapsen spielen, bei dem die Ermittler viele "Bummerl" einsammeln. So heißen die Verlustpunkte beim Schnapsen.

Genre-Hopping in Wien: eine gut genießbare Melange

Da die Singles Eisner und Fellner bekanntlich selbst nicht mehr die Jüngsten sind, lässt sie die Ermittlung im Altersheim keinesfalls kalt. Während sie mit Assistentin Meret Schande (Christina Scherrer) das Altenheim im Modell nachbauen, um die Bewegungen der Protagonisten in den wenigen hektischen Minuten des Stromausfalls nachzuvollziehen, denkt man schon mal darüber nach, ob und wie man selbst an einem Ort wie jenem leben würde. Zumal Moritz im Heim eine Frau im Rollstuhl wieder trifft, mit der ihn früher wohl etwas verband. Selbstredend lässt Bibi nicht locker und will herausfinden, welche alte Geschichte ihr Freund vor ihr verheimlicht.

Der Wiener Krimi unter der Regie von Harald Sicheritz (Buch: Roland Hablesreiter und Petra Ladinigg) ist ein Film zwischen vertracktem Rätsel der Marke Agatha Christie, dem Nachdenken über Vergänglichkeit und liebevollen Hinweisen, wie man mit Freundschaft und Solidarität selbst der letzten Phase des Lebens noch etwas abgewinnen könnte. Sei es durch genüssliches Rauchen trotz Rauchmelder, Schnapsen und die Akzeptanz des Verlierer-Bummerls oder die Erkenntnis: Am Ende ernten wir das, was wir im Leben säten. Selbst Moritz erkennt dies – und arbeitet ein Stück seiner Vergangenheit im Krimi auf. "Tatort: Der Elektriker" ist kein Wiener Meisterwerk, aber ein Film, der gekonnt zwischen den Genres hüpft und Gefühle rund um die schweren Themen eines Altersheims zu einer gut genießbaren Melange verrührt.

Tatort: Der Elektriker – So. 14.12. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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