Tierische Doktoren
06.09.2026 • 11:30 - 12:15 Uhr
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Originaltitel
Wild Medics
Produktionsland
GB
Produktionsdatum
2025
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Tierische Doktoren

High zu werden ist kein rein menschliches Vergnügen - auch Tiere suchen bewusst veränderte Bewusstseinszustände. Im Amazonas kauen Jaguare auf halluzinogenen Lianen und fallen in tranceartige Zustände. In Australien fressen Wallabys narkotische Mohnpflanzen und torkeln wie Diskobesucher. Seidenschwänze berauschen sich an vergorenen Beeren, während Delfine vorsichtig Kugelfische weiterreichen, die geringe Mengen Nervengift freisetzen - für eine scheinbar entspannte Unterwasser-Session. Auf St. Kitts stehlen Grüne Meerkatzen mit einer Vorliebe für Alkohol den Touristen die Cocktails. Auf Madagaskar kauen Rotstirnmakis auf giftigen Tausendfüßern, die stimmungsaufhellende Stoffe freisetzen. Sogar Dickhornschafe wagen riskante Klettertouren, um an ein angeblich psychedelisches Flechtengewächs zu gelangen. Doch all diese Verhaltensweisen dienen oft mehr als bloßer Lust. Häufig handelt es sich um Zoopharmakognosie - Selbstmedikation mit natürlichen Substanzen, die Stress und Schmerzen lindern, oder Parasiten abwehren. Manchmal stärken solche Erfahrungen soziale Bindungen oder schärfen kurzzeitig die Sinne. Was wie reiner Spaß wirkt, hat oft tiefere biologische Gründe. Die Wissenschaft entdeckt zunehmend, dass diese "Trips" kein Zufall sind, sondern ein instinktives Verhalten mit tiefen evolutionären Wurzeln. Ob Überlebenstaktik, medizinische Selbsthilfe oder ein Moment des Wohlbefindens - die Suche nach dem Rausch ist eines der faszinierendsten Phänomene im Tierreich.

Das beste aus dem magazin

Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt 
und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, 
Hörfunk und als Buchautor.
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