Zwischen Sinnlichkeit, Begehren und Komplexen: 3sat untersucht den Kult um die weibliche Brust.

Schluss mit den Magermodels! Inzwischen sind wieder Kurven gefragt. Im Grunde nur ein Ausdruck des Wunsches nach Sicherheit und Geborgenheit: Die Männer flüchten vor den Krisen in Wirtschaft und Politik zurück zum behaglichen Mutterbusen. Das zumindest meint wohl die ehemalige CDU-Abgeordnete Vera Lengsfeld, als sie 2009 mit einem provokativ weit ausgeschnittenen Dekolleté und dem Slogan "Wir haben mehr zu bieten!" für sich warb. Lengsfelds These ist nur einer von vielen Aspekten, die die bereits 2011 erstausgestrahlte Dokumentation "Kult um den Busen" beleuchtet. Eine knappe Stunde lang widmet sich der Film nun in der Wiederholung auf 3sat den weiblichen Rundungen.

Für ihre Doku sprach Regisseurin Laure Michel unter anderem mit Künstlern, Wissenschaftlern und abgehalfterten Busenwundern. Dabei versucht sie, einigen grundlegenden Fragen näherzukommen: Was bedeutet es für Frauen, große Brüste zu haben? Welche Komplexe entstehen, wenn man obenrum nichts zu bieten hat? Und was bitte stellen diese zwei eigentlich doch recht nutzlosen Anhängsel für die Männer dar?

Die 50 Minuten pendeln zwischen sexy und tiefgründig, zwischen kleiner Kulturgeschichte und Zeitgeist-Momentaufnahme, und sind deshalb äußerst unterhaltsam. So ganz ohne Informationen entlässt "Kult um den Busen" seine Zuschauer auch nicht. Wer zum Beispiel hätte gewusst, dass manche französische Mütter in ihrem Leben bis zu 15.000 Liter Milch geben? Klar ist: Das "heikle Thema" Brüste vereint sowohl Sinnlichkeit als auch Komplexe in sich.

Kult um den Busen – Di. 04.02. – 3sat: 22.25 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH