Wilsberg
11.01.2020 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
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Georg Wilsberg (Leonard Lansink)
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Georg Wilsberg (Leonard Lansink).
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Serie, Krimireihe

Bauamtsleiter Manni steckt in Nöten

Von Wilfried Geldner

Schon wieder Bielefeld! Wilsbergs alter Freund Manni Höch (Heinrich Schafmeister) sitzt in Untersuchungshaft, der Leiter der Baubehörde soll Bestechungsgelder angenommen haben. Statt eines neuen Behindertenzentrums hat er eine Shopping-Mall unterstützt. Kaum zu glauben für Wilsberg – aber, wer weiß?

Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit treibt es Wilsberg (Leonard Lansink) nach Bielefeld, in die ostwestfälische Metropole. Und der Zuschauer muss mit – leider. Wilsbergs alter Freund, der Bielefelder Bauamtsleiter Manni Höch (Heinrich Schafmeister), den er beim letzten Mal bekanntlich nicht angetroffen hat, ist in Schwierigkeiten geraten, man wirft ihm vor, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Hatte die Bielefeld-Folge "Face 23", in der es um eine fiese App zur Gesichtserkennung ging, noch mancherlei Thrillerelemente enthalten, so bewegt sich nun "Bielefeld 23" im reinen Klamauk. Jeder Satz ein Kalauer, jedes Wort ein Witz. Alleine Bielefeld gibt als solches dazu jede Menge Gelegenheit. Besonders Wilsbergs Gehilfe, der Steuerfahnder Ekki (Oliver Korittke), leidet unter der Stadt, wird er doch hier ob seiner Einmischungen unentwegt vom örtlichen Kommissar Drechshage (Stefan Haschke) zynisch angegriffen. Andererseits verknallt sich Ekki aber auch sofort in Mannis Sekretärin, die – ja,nun – die Behindertenbeauftrage in der obskuren Baubehörde ist.

Das Bauprojekt "Bielefeld 23" ist in der Planung bereits weit vorangeschritten – eine Shopping-Mall soll statt eines Behindertenzentrums hochgezogen werden. Doch das örtliche Blatt, der "Bielefelder Blick", berichtet unaufhörlich von Bestechungsgeldern und von Drogen, die beim Behördenchef im Spiele sind. Höchste Zeit für Wilsberg, sich als Hausmeister der Baubehörde zu verkleiden und undercover zu ermitteln. Ekki macht sich derweil an die hübsche Sekretärin (Mira Bartuschek) der ehrgeizigen Vizechefin heran und erfährt dabei viel über die Innereien der Behörde.

Kein Mangel an Kalauern und Witzen. Man weiß aber, dass alle Augenzwinkereien irgendwann einmal ermüdend wirken. Wenn sich ein Wortwitz an den anderen reiht, geht auch der Rest an Krimispannung flöten. Tollkühner Tiefpunkt ist eine Bestechungsgeld-Übergabe auf der nächtlichen Bielefelder Burg, bei der sich die in einer Falle befindliche Bauamtsleiterin mittels Elektroschocker zweier Täter erwehren muss. "Ist das hier schon das Bielefelder Kriminaltheater?", fragt Wilsberg, der zur Stelle ist, bevor Dauerkonkurrent Overbeck (Roland Jankowsky) mit einer Feuerzeug-Pistole als Beschützer einzugreifen gedenkt.

"Lieber mit dir streiten als einsam sein"

Wilsberg und seinem getreuen Ekkehart sieht man immer wieder gerne zu. Aber es ist diesmal mehr überbordendes Boulevard- als Kriminaltheater, das einem der Autor Stefan Rogal serviert (die Doppelpack-Regie besorgte wie in "Face 23" Dominic Müller). Ein Anbandeln ohne Ende, ein Aufdröseln von Beziehungskisten – zwischen Ekki und seiner Behindertenbeauftragten, aber auch zwischen dem in Not geratenen Bauamtsleiter Manni und seiner ehrgeizigen Stellvertreterin (Karin Giegerich), die ihrem Ex ans Leder will. "Lieber mit dir streiten als einsam sein", beichtet Manni der Dauer-Gegnerin.

Unsereiner aber hofft innig, dass der Bielefeld-Gag nun wieder dahin zurückkehren möge, wo er hingehört: in sein verbales Dasein, das er in der Serie seit nunmehr 25 Jahren führt. Alles andere führt zu einer überflüssigen Verdoppelung des Personals und der daraus im Glücksfalle entstehenden komischen Konflikte. – Auf eine Stunde mehr oder weniger in Bielefeld komme es nicht an, sagt Ekki am Ende der drollig gemeinten Folge und lädt zum Essen. Man kann da durchaus anderer Meinung sein.

Wilsberg – Bielefeld 23 – Sa. 11.01. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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