In "Winterreise", einer Buchverfilmung über die Familiengeschichte jüdischer Einwanderer in die USA, ist der 2019 verstorbene Schauspieler Bruno Ganz in seiner letzten Rolle zu sehen. Er verkörpert den Vater des Radiomoderators Martin Goldsmith, der gemeinsam mit seinem Sohn tief in der Vergangenheit wühlt.
Der Film "Winterreise" taucht tief ein in die Vergangenheit einer von Unterdrückung und Flucht gezeichneten Familie. Martin Goldsmith (heute 71) erfuhr erst spät in seinem Leben vom bewegten Schicksal seiner Familie.
Der Radiomoderator schrieb über die bewegenden Gespräche mit seinem Vater ein Buch, das 2002 in Deutschland unter dem Titel "Die unauslöschliche Symphonie" erschien. Der dänische Regisseur Anders Østergaard hat das Werk 2019 auf die Kinoleinwand gebracht, das Erste zeigt den Film nun erstmals im Free-TV.
Das Drama versteht sich als Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm. Es ist der letzte Film, in dem der 2019 verstorbene Bruno Ganz zu sehen ist. Er spielt den Vater von Martin Goldsmith, 1952 in den USA geborener Sohn jüdischer Einwanderer aus Deutschland. In den Gesprächen zwischne Vater und Sohn lebt die Familiengeschichte wieder auf. Darüber hinaus verwendet Regisseur Østergaard bearbeitetes Archivmaterial, um vom Schicksal der Familie Goldsmith zu erzählen.
Nach dem Tod von Martins Mutter berichtete ihm sein Vater Günther erstmals, wie er und seine Frau Rosemarie – beide waren begabte Musiker – den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland erlebten, wie sie gezwungen wurden, mit dem Kulturbund Deutscher Juden aufzutreten und ihre Heimat schließlich verlassen mussten, um in den USA ein ganz neues Leben zu beginnen.
"Winterreise" – So. 12.11. – ARD: 00.20 Uhr