Winterwalzer
08.12.2023 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Tragikomödie
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Originaltitel
Winterwalzer
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Fernsehfilm, Tragikomödie

Tanzen gegen die Trauer: Starbesetzte Weihnachtsdramedy im Ersten

Von Maximilian Haase

Tanzen gegen Trauer und Depression: Ulrich Matthes und Nina Kunzendorf brillieren in der ARD-Dramedy "Winterwalzer" in weihnachtlicher Stimmung auf dem Parkett.

Er spielte Nazis, Killer und andere Zwielichtige, zahlreiche Dramen und schwere Stoffe: Für die humorvolle Unterhaltung in Film und Fernsehen war Ulrich Matthes bislang eher nicht zuständig. Und das so augenscheinlich, dass sich der 64-Jährige irgendwann selbst fragte: "Wann kommt denn mal eine Komödie, ich kann das". Und in der Tat, er kann: Mit seiner Hauptrolle im ARD-Degeto-Film "Winterwalzer" schaffte es der Berliner nun sogar in eine Weihnachtskomödie, die zugleich als Tanzfilm durchgeht. Wobei: Als wirklich locker-flockigen Part kann man den von Matthes gespielten Ex-Tanzlehrer, der nach dem Tod seiner Frau depressiv und suizidal vor sich hin trauert, nun auch nicht bezeichnen. Und so ist der kurzweilige Film, der auf Edda Leeschs Roman "Der Donnerstagsmann" basiert, weniger Klamauk als Tragikomödie.

Die Dramedy, deren Drehbuch ebenfalls von Autorin Leesch verfasst wurde, folgt den Regeln des Genres jedenfalls vorbildlich: Matthes' Figur Albert ist verwitwet und lebensmüde und hat sich geschworen, nie wieder den langsamen Walzer zu tanzen, der einst die Verbindung zu seiner verstorbenen Frau Martha symbolisierte. "Wieder so ein Tag wie matschige Pilze", erläutert die ermattete Hauptfigur aus dem Off die Stimmungslage. Während ihm die nervige Nachbarin mit ihrem blöden Weihnachtsschmuck und der Mülltrennung auf den Geist geht, will sich Albert eigentlich nur noch zurückziehen, um höchst dramatisch seinen Tod zu planen. Da ihn auch Tochter Ina (Antonia Bill) seit Monaten nicht aus dem Tal der Tränen zu holen vermag, nimmt er sich also einen Strick und schreibt einen Abschiedsbrief. Suizidabsichten komödiantisch zu erzählen ist heikel – funktioniert im Film von Regisseur Ingo Rasper aber überraschend gut.

"Ich wollte mich nicht blamieren"

Doch natürlich wird daraus nichts, denn – wir befinden uns ja trotz allem in einer Weihnachtsfamilienkomödie – Albert wird plötzlich aus seiner Lethargie gerissen. Und das von keiner Geringeren als Grimme-Preisträgerin Nina Kunzendorf respektive deren sympathischer Figur Hanne, einer Psychiaterin, die Albert quasi undercover als angebliche Tanzschülerin begutachten und womöglich heilen soll. Eingefädelt wurde die kleine Verschwörung von Alberts Tochter, die ihren Vater schlichtweg nicht mehr erträgt – will der doch seit Jahren nicht mal ihren Freund kennenlernen. Und so treffen sich Albert und die nur vorgeblich untalentierte Hanne regelmäßig, um Rumba, Tango und Co. zu üben – worüber sich die beiden natürlich Schritt für Schritt annähern. Romantik und Kitsch, Humor und Vergangenheitsbewältigung: In "Winterwalzer" kommt alles ziemlich charmant zusammen.

Dem Publikum beschert die unfreiwillige Tanz-Therapie darüber hinaus einige sehr authentisch wirkende Parkettszenen mit den beiden beliebten Darstellern, die während der Dreharbeiten nach Eigenaussage Nachhilfe von einem Tanzlehrer aus Berlin-Kreuzberg bekamen. Wie es um die Tanzkünste von Ulrich Matthes steht, erklärte der Schauspieler derweil anschaulich: Ursprünglich sei Albert sogar als ehemaliger Tanz-Europameister ins Skript geschrieben worden – "Ich habe vorsorglich darum gebeten, das im Drehbuch zu streichen, ich wollte mich nicht blamieren." Zwischen 20 und 30 sei er ein "totales Disco-Feierbiest" gewesen. "Mittlerweile gucke ich 'Let's Dance'. Naja, der Lauf der Welt".

Winterwalzer – Fr. 08.12. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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