Wolfsjagd
15.11.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung

Wildhüterin Sara Jahnke (Maria Simon)
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Kommissar Laue (Jacob Matschenz, li.) und Sara Jahnke (Maria Simon, re.) berichten Polizist Jahnke (Jörg Schüttauf, Mitte).
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Sara Jahnke (Maria Simon, Mitte) hat ihre Tochter (Anna-Lena Schwing, re.) lange nicht gesehen.
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Wildhüterin Sara Jahnke (Maria Simon, re.) trifft in ihrer alten Heimat auf ihren Vater Robert (Jörg Schüttauf, li.).
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Originaltitel
Wolfsjagd
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Maria Simon als Wildhüterin: Wie berechtigt ist die Angst vor dem Wolf?

Von Eric Leimann

Ex-"Polizeiruf"-Kommissarin Maria Simon spielt im Krimi-Drama "Wolfsjagd" eine Wildhüterin im Brandenburgischen, die mit dem Mord an einer jungen Frau konfrontiert wird. Hat ein Wolf zugeschlagen, wie Teile der ländlichen Bevölkerung glauben? Oder doch ein deutlich böseres Lebewesen?

Eigentlich hat die brandenburgische "Polizeiruf 110"-Kommissarin Olga Lenski, gespielt von Maria Simon, ihren Ermittler-Job ja schon 2021 aufgegeben. Und doch wirkt es ein bisschen, als würde diese Figur im ARD-Film "Wolfsjagd" zurückkehren – obwohl Maria Simon da nicht die Kommissarin spielt. Nun zeigt das Erste den Krimi von 2023 als Wiederholung zur Primetime.

Der Reihe nach: Sara Jahnke (Simon) hat in jungen Jahren ihre Heimat in der brandenburgischen Provinz zurückgelassen, um nach Kanada auszuwandern. Ihre kleine Tochter Julia (Anna-Lena Schwing), mittlerweile eine junge Frau, ließ sie bei ihrem eigenen Vater, dem Polizisten Robert (Jörg Schüttauf), zurück. Als Saras Mutter schwer krank wurde, kehrte die als Wildhüterin arbeitende Sara in ihre Heimat zurück – und betreut dort nun ein Wolfsrudel, das sich auf dem weitläufigen Gelände eines ehemaligen russischen Truppenübungsplatz angesiedelt hat.

Als in Saras Revier die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, sind es die Wölfe, die man verdächtigt. Dabei hat schon mehrere hundert Jahre kein Wolf mehr einen Menschen in Deutschland gerissen, wie Sara die skeptische Landbevölkerung aufklärt. Kriminalkommissar Falk Laue (Jacob Matschenz) wird in die Gegend geschickt, um den Fall aufzuklären. Er sucht die Nähe der spröden Wildhüterin, weil sie Spuren in der Natur zu lesen weiß und auch ein Interesse daran hat, ihre Wölfe gegen die Urängste der Bevölkerung zu schützen. Bald erfahren die beiden ungleichen Ermittler, dass in einer nahen Fleischfabrik dubiose Machenschaften vonstattengehen, die mit dem Fall der toten jungen Frau – einer Saisonarbeiterin – zu tun haben könnten.

Gründe, warum die Mundwinkel tief herunterhängen

Dunkler Kriminalfall, Provinzstudie, Familiendrama und die scheue, wilde Anmut des Wolfs – das sind die Zutaten des schon recht viel Tristesse ausstrahlenden Krimis von Thomas André Szabó (Drehbuch) und Jakob Ziemnicki (Regie). Ziemnicki, 1975 in Polen geboren, kennt sich als Filmemacher recht gut in der Gegend aus, denn er hat dort 2015 und 2017 zwei "Polizeiruf"-Folgen mit Olga Lenski aka Maria Simon inszeniert. Und auch, wenn die Schauspielerin ihre Kommissarinnen-Rolle hier an den wie fast immer überzeugend spielenden Jacob Matschenz abtritt: Mehr als ein Hauch des alten Olga-Lenski-Feelings weht durch diesen Kriminalfilm.

Da ist vor allem das immer etwas spröde wirkende Schauspiel der Maria Simon, das sich offenbar der grimmig-motzigen Grundstimmung der brandenburger Landbevölkerung (so wie sie in vielen Filmen zumindest gerne dargestellt wird) angepasst hat. Ob man nun im Film Lenski oder Jahnke heißt: So richtig zufrieden scheint man mit dem Leben in der sandigen Hügel- und Waldlandschaft nicht sein.

Viel Schwere und Drama

Für jegliches Hochgefühl gibt das Drehbuch allerdings auch keinen Anlass. Saras Mutter ist mittlerweile verstorben, deshalb muss sie eine Weile in der ungeliebten Heimat bleiben. Und was findet man dort? Die ungelösten Konflikte mit dem Vater und der eigenen Tochter, die man als kleines Kind bei ihm zurückließ. Wenn dann auch noch die geliebten Wölfe "unter Beschuss" geraten, fiese menschliche Machenschaften die Region erschüttern und schließlich Tote im Wolfsrevier herumliegen – dann hat man allen Grund, dass die Mundwinkel ganz tief herunterhängen. Man muss schon Lust auf die Schwere und spröde Natur dieses Krimis haben, der zweifellos gut gespielt ist, aber eben auch arg viel Drama-Rucksack mit sich herumträgt.

Wolfsjagd – Sa. 15.11. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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