Anfang des 18. Jahrhunderts. Auf seiner Hazienda, inmitten barocken Interieurs, sitzt Zigarre rauchend ein mexikanischer Grande. In Gedanken ist er schon fern der Heimat. Vor ihm liegt eine große Schiffsreise. Sie wird für ihn eine Reise aus der Alten Welt in die Neue Welt. Dabei wird sie gleichsam zu einer phantastischen kulturgeschichtlichen Reise durch fünf Jahrhunderte.

"Barroco" vermittelt seine Inhalte ausschließlich durch Bilder und Musik. Paul Leduc ("Frida Kahlo - Es lebe das Leben") montiert die Abfolge der verschiedenen historischen Epochen wie einen Abriss der Musikgeschichte des lateinamerikanischen Kontinents: Im Andante drei traditionelle mexikanische Rhythmen (Tanz der Concheros, Tanz der "Moros y Cristianos" und der Tanz der Paragüeros); ungeschicktes Getänzel der Conquistadoren trifft auf die tänzerische Leichtigkeit der indianischen Urbevölkerung; im Contradanza magisch-mythische Tänze der Schwarzen bei der Ausübung des Yoruba-Kultes; im Rondo maurische Tänze und Rumba; im Finale Vivaldi, Salsa im Tropicana und Pop in einer mexikanischen Vorstadtdisco.