Ein Kriegsgefangenenlager in Sibirien für deutsche und japanische Gefangene: Eine Gruppe der Insassen plant den Ausbruch. Um in der unermesslichen Ödnis Sibiriens überhaupt eine Chance zu haben, stiehlt man von dem verhassten Lagerältesten Gellert, der mit den Sowjets zusammenarbeitet, eine Landkarte. Der junge russische Lagerkommandant Oberleutnant Fusow, der die Leitung des Lagers als Strafversetzung empfindet, versucht sich durch hartes Vorgehen als besonders linientreu zu profilieren. Damit steht er in direktem Gegensatz zu dem human gesinnten, jüdischen Politoffizier Seidenwar, der mit seiner Frau, der Dolmetscherin Elena, hierher abkommandiert wurde. Beide haben die Schrecken eines deutschen Konzentrationslagers überlebt. Seidenwar bringt den Gefangenen Verständnis entgegen und versucht, ihre Situation zu verstehen. Während sich zwischen Elena und dem Gefangenen Joost (Götz George, Foto) eine gewisse Zuneigung entwickelt, erfährt Seidenwar von dem Fluchtplan. Um die Männer vor dem sicheren Tod in der sibirischen Wüste zu bewahren, meldet er den Plan nicht, sondern setzt die Fluchtwilligen - und auch Joost - als erste auf die Liste des seit langem geplanten Heimkehrertransportes. Er versucht, den Gefangenen ihren Plan auszureden, doch sie verstehen ihn nicht. Kurz vor dem Abtransport brechen drei Gefangene aus...

Nach dem riesigen Erfolg des Dramas "So weit die Füße tragen" (1958, mit Heinz Weiss) drehte Regisseur Leopold Lahola dieses ambitionierte Kriegsdrama, das sich ebenfalls mit dem Schicksal deutscher Kriegsgefangener in Sibirien beschäftigt, mit den beiden späteren "Tatort"-Ermittlern Götz George und Sieghardt Rupp. Der aus dem heutigen Kroatien stammende Charles Millot ("Der Zug", "Mordrezepte der Barbouzes", "French Connection II") gibt in dem atmosphärisch dicht inszenierten Schwarzweiß-Film gekonnt den verständnisvollen Politoffizier Seidenwar, der unbedingt Schlimmeres verhindern will. Ärgerlich ist allerdings, dass Lahola die Härten des sowjetischen Kriegsgefangenenlagers mit den furchtbaren Vernichtungslagern des Nazis quasi gleichsetzt.

Foto: Das Vierte