Nach einem Nervenzusammenbruch wird Rita Seidel (Renate Blum, Foto, mit Eberhard Esche) in das kleine Dorf gebracht, in dem sie ihre Kindheit verlebt hat. Noch einmal lässt sie die vergangenen Jahre an sich vorüberziehen. Als sie Manfred Herrfurth kennen lernte, gab ihr diese Liebe Selbstvertrauen und den Mut zum Studium. Der zehn Jahre ältere Chemiker, durch bittere Erfahrungen zu einem spöttischen Menschen geworden, fühlte sich zu ihr hingezogen, weil sie so ganz anders war als er - spontan und voller Erwartungen ans Leben. Rita zog zu Manfred in die Stadt, um ein neues Leben mit ihm zu beginnen. Dort erschloßen sich ihr neue Welten, nicht zuletzt auch durch ein Praktikum in einem Betrieb, wo sie sich mit einigen Arbeitern anfreundete. Doch ihr Zusammenleben mit Manfred, der sich immer mehr in Bitterkeit und Skepsis verlor, geriet in eine verhägnisvolle Krise...

"Der geteilte Himmel", von Konrad Wolf ("Solo Sunny") nach dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf inszeniert, gab der DEFA Filmproduktion 1964 inhaltlich wie formal eine neue Richtung. Im Gegensatz zu vielen anderen DEFA Produktionen konzentriert sich der Film nicht auf die politische Debatte, sondern stellt - vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Unterschiede in beiden deutschen Staaten - die menschlichen Schicksale und Entwicklungen in den Mittelpunkt. Konrad Wolf bediente sich für seine Liebesgeschichte, die an der Zweiteilung Deutschlands zerbricht, einer expressiven Bild- und Lichtmalerei. Nach Beyers "Königskinder" (1962) war "Der geteilte Himmel" ein weiteres Beispiel jener Versuche der DEFA, selbstbewusst auf internationale Strömungen zu reagieren. Regisseur Konrad Wolf war übrigens der jüngere Bruder von Markus Wolf, der von 1953 bis 1986 Spionage-Chef der DDR im Ministerium für Staatssicherheit war.

Foto: DEFA