Ella Jansen, Mitte 40, Psychologin und Chefin eines Hochsicherheitsgefängnisses, lässt sich bei einer Geiselnahme in ihrer Anstalt austauschen. Nach einer Stunde hat sie den zu lebenslanger Haftstrafe verurteilten Doppelmörder so weit, dass er aufgeben will. Man vereinbart, dass Ella den Mann zurück auf seine Zelle bringt. Im selben Moment startet die Polizei einen groß angelegten SEK-Einsatz. Der Geiselnehmer fühlt sich getäuscht, verliert die Nerven - und vergewaltigt Ella. Dennoch schafft sie es, ihr Leben zu retten, den Täter von Forderungen nach Fluchtauto und Geld abzubringen, ihn erneut zur Aufgabe zu bewegen und ihn der Polizei zu übergeben. Die offizielle Version lautet anders: Angeblich ist das unblutige Ende der Geiselnahme dem vorbildlichen SEK-Einsatz zu verdanken. Und es kommt noch schlimmer: Über die Medien, die bereitwillig mitmachen, werden Falschmeldungen lanciert...

Zwischen Melodram und Knast-Thriller schildert Regisseur Helmut Christian Görlitz ("Das Böse") hier mitunter recht drastisch die Folgen eines politischen Machtkampfes, zeigt die Verführbarkeit durch skandalhungrige Medien und den Sieg der Zivilcourage. Suzanne von Borsody brilliert hier in der Rolle der Psychologin Ella Jansen, die alles versucht, um den Inhaftierten vor der Polizei zu beschützen.