Fabrizio, zweitgeborener Sohn des Marchese del Dongo, ist ein glühender Bewunderer Napoleons und seiner Ideen. Deshalb beschließt er, in dessen Armee einzutreten und in den Krieg zu ziehen. Doch bei der Schlacht von Waterloo wird der unerfahrene und ungestüme junge Mann verletzt und muss fliehen, weil er an die Österreicher, die zur damaligen Zeit auch über Teile Oberitaliens herrschten, von seinem eigenen Bruder verraten wurde. Hilfe und Trost findet Fabrizio stets bei seiner Tante, der Marchesa Gina Pietranera, die eine Scheinehe eingeht, um am Hof von Parma eingeführt zu werden. Das innige platonische Verhältnis zwischen Neffe und Tante, beide glühende Anhänger der französischen Revolution, erregt häufig die Missgunst anderer, speziell jener Männer, die sich für Gina interessieren ...

1839 veröffentlichte der französische Schriftsteller Marie-Henri Beyle (1783-1842), besser bekannt unter seinem Künstlernamen Stendhal, seinen Roman um den jungen Adeligen, der zum Mörder wird, dann aber bis zum Bischof aufsteigt und sich eine junge Frau zur Geliebten nimmt. Bereits 1948 unter der Regie von Christian-Jaque verfilmt, nahm sich hier der italienische Regisseur Mauro Bolognini ("Bel Antonio", "Die Kameliendame") des Stoffes an und inszenierte diese gut ausgestattete und prominent besetzte Miniserie, in der der junge Heiner Lauterbach in einer seiner frühen Rollen zu sehen ist.

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