Die exzentrische Kunstliebhaberin Big Edie Beale (Jessica Lange, Foto, r., mit Drew Barrymore) lebt mit ihrer Tochter Little Edie in einer Villa mit dem Namen Grey Gardens, die 28 Zimmer zählt - so wie es sich in Anbetracht ihres Stammbaums auch geziemt. Denn sie sind mit Jacqueline Bouvier Kennedy verwandt. Nur steht ihre heruntergekommene Villa aber im vornehmen East Hampton - und das verstört die Gemeinde, die das Gebäude zwangsräumen lassen will. Ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse Amerikas. Als einige Jahre später die Gemüter beruhigt sind und die berühmte Verwandte dafür sorgt, dass das Haus für die Sippschaft bewohnbar bleibt, kommen die Gebrüder Albert und David Maysles mit ihrer Kamera. Sie wagen ein intimes Porträt der zwei Frauen und lernen dabei eine Mutter und ihre Tochter kennen, die seit 25 Jahren in isolierter Zweisamkeit miteinander leben ...

1975 drehten die Brüder Albert und David Maysles zusammen mit Ellen Hovde und Muffie Meyer ihren Dokumentarfilm "Grey Gardens", der gekonnt die skurrilen Lebensumstände von Jackie Kennedys Tante, Edith Beale - genannt "die große Edie", und deren Tochter - "die kleine Edie" - beschrieb. Diesen wiederum nahm sich Regisseur Michael Sucsy zum Ausgangsstoff seiner brillant gespielten wie atmosphärisch dicht inszenierten Gesellschaftssatire auf die Schattenseiten der "American Aristocracy", an dem er insgesamt sechs Jahre lang arbeitete. Besonders Jessica Lange und Drew Barrymore als Mutter und Tochter liefern hier wahre Meisterleistungen ihrer Schauspielkunst. Barrymore wurde dafür mit dem Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einem Fernsehfilm ausgezeichnet, "Die exzentrischen Cousinen der First Lady" erhielt darüber hinaus die Trophäe als bester Fernsehfilm. Auch als Musical sorgte "Grey Gardens" zunächst am Off-Broadway, später am Broadway, für Furore und wurde mit drei Tony Awards prämiert.

Foto: arte F/HBO/Peter H. Stranks