Ein großes Ding wollen zwei Vorstadtganoven einmal im Leben drehen - eine Bank ausrauben. Es wird ein großes Ding, aber anders, als sie es sich dachten. Räuberische Erpressung, Geiselnahme mit Todesfolge, Geiselmord sind am Ende die Delikte, deren sie sich schuldig gemacht haben und wofür "lebenslänglich" auf sie wartet. Die Polizei wird sich fragen müssen, ob es wirklich zwingend war, Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Die Medien wiederum haben sich zu fragen, ob sie nicht mit ihrer Berichterstattung ein unangemessenes Spektakel inszeniert und so dazu beigetragen haben, daß aus einem zweitklassigen lokalen Ereignis wirklich ein großes Ding wurde.

Autor und Regisseur Bernd Schadewald inszenierte das überzeugend gespielte und intensive Psychogramm nach den tatsächlichen Vorfällen des Geiseldramas von Gladbeck, das seinerzeit die Republik erschütterte. Bernd Schadewald hat nach einigen Tatort-Folgen ("Voll auf Hass", "Tod im Elefantenhaus") auch so imposante TV-Filme wie "Der Hammermörder" (1989), "Schuld war nur der Bossa Nova" (1992), "Schicksalsspiel" (1993) und "Angst" (1993) abgeliefert.