Hitler feiert einen militärischen Erfolg nach dem anderen. Auch noch, wie es scheint, als er im Sommer 1941 die Sowjetunion überfällt. Da ist bereits klar, dass auch eine mit U 238 arbeitende Uranmaschine ein Element hervorbringt, das sich für einen Sprengstoff eignet. Alles scheint nur noch eine Frage der Zeit. So jedenfalls sieht es Heisenberg, als er in Kopenhagen mit seinem väterlichen Freund Niels Bohr spricht, ein Gespräch, das bis heute Rätsel aufgibt. Denn die Freunde verstehen sich nicht mehr. Dafür verstehen die Militärs. Ebenso ungläubig wie fasziniert hören sie, in Geheimkonferenzen im Frühjahr und Sommer 1942, dass die Bombe gerade einmal so groß wie eine Ananas sei und gleichwohl ganze Städte auslöschen wird. Und dass der Weg zu dieser Bombe frei ist. Doch merkwürdig: Als theoretisch alles klar ist und auch die Praxis Fortschritte macht, wachsen auch die Turbulenzen. Unter den Wissenschaftlern kommt es zu einem tiefen Dissens darüber, welche Versuchsanordnung mehr bringt. Noch einmal, im Sommer 1945 in einem Felsenkeller in Haigerloch, steht der Durchbruch zu einem kritischen Reaktor unmittelbar bevor. Doch am Ende fehlt ein bisschen Uran und ein wenig schweres Wasser ...

Nach einem Drehbuch von Wolfgang Menge ("Smog", "Das Millionenspiel") drehte der gefeierte Regisseur Frank Beyer nach der Wende diesen zweiteiligen TV-Film um die Deutschen und die Atombombe, der bis in die kleinsten Rollen hervorragend besetzt und gespielt ist. Bayer zeichnet unter Verzicht auf billige Effekte detailliert die Arbeit der deutscher Kernphysiker im Zweiten Weltkrieg nach, thematisiert die Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und die Versuche, tatsächlich Kernwaffen zu entwickeln. Die hochklassigen Darsteller rücken dabei die moralischen Untiefen der Akteure ins Zentrum – seien es einfache Physiker oder Nobelpreisträger.

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