Alles könnte so harmonisch sein bei Mutter Melzer, ihrem Lebensgefährten und Tochter Bénice, wenn sich das Mädchen nicht immer mehr verschließen und abkapseln würde. Den Grund dafür entdeckt Claudia Melzer mit Entsetzen: Ihre Tochter muss sexuellen Verkehr gehabt haben und dafür kommt nur der Vater des Kindes in Frage, von dem die Mutter seit Jahren geschieden werden will. Bénice aber schweigt und als sie endlich mit der Sprache rausrückt, will ihr keiner mehr glauben ...

Dieses Familiendrama versteht sich als Reflex auf das lange vernachlässigte Tabuthema Kindesmissbrauch, das seit dem Skandal um den Kinderschänder Dutronc beinahe täglich in die Schlagzeilen rückte. Autor Burkhard Driest, der während einer fünfjährigen Haftstrafe bis Anfang der Siebzigerjahre die Weichen für seinen heutigen Beruf, Drehbuchdozent, stellte, erzählt die Geschichte behutsam aus der Sicht des Opfers. Hansa Czypionka als Partner von Imogen Kogge und der zwielichtig agierende Oliver Stritzel verkörpern die aufgewühlten Erwachsenen, die über ihre Verdächtigungen und bohrenden Fragen beinahe die Seelennöte des missbrauchten Kindes vergessen. Die Kamera führte übrigens Florian Ballhaus, Sohn des renomiertesten deutschen Kameramanns Michael Ballhaus.

Foto: WDR/C. Köfer