Hamburg, Ende der Sechzigerjahre: Der Gelegenheitskiffer Jan, auch "der Pirat" genannt, macht in der heimischen Raufgiftszene Drogenkarriere. Schnell wird er zum "Haschprinzen von Hamburg". Doch als er mit Heroin zu dealen beginnt, zieht er auch seinen Bruder Ludwig in seine dunklen Geschäfte...

Ein beeindruckendes Drama, von Bernd Schadewald atmosphärisch dicht inszeniert. Die Story beruht auf der Lebensgeschichte des Jan C., die der "Spiegel"-Redakteur Stefan Aust anhand von Tonbandprotokollen 1990 in Buchform veröffentlichte. Aust erzählt die Drogenkarriere eines Junkies, der Täter und Opfer zugleich ist. Die Geschichte des Jan C. steht allerdings auch stellvertretend für eine ganze Generation, die Ende der Schezigerjahre mit sogenannten sanften Drogen wie Haschisch begann, um nach und nach immer mehr in den Sumpf harter Drogen wie Heroin und Kokain zu geraten und an ihnen zugrunde zugehen. Einmal mehr überzeugt Hauptdarsteller Jürgen Vogel, der mit Schadewald schon in "Angst" und "Schicksalsspiel" (beide 1993) zusammenarbeitete, mit seinem brachialen wie sensiblen Spiel.