Als Hebamme begleitet Emilia täglich Frauen durch Schwangerschaft und Geburt in einen neuen Lebensabschnitt voller Herausforderungen. Nun steht sie vor ihrem eigenen "Meisterstück": In wenigen Wochen erwarten sie und ihr Mann Christoph ihr erstes Kind. Mit professioneller Gelassenheit und voller Vorfreude bereitet Emilia die Ankunft ihres Kindes vor. Dann kommt alles anders. Die Hausgeburt muss abgebrochen werden, Emilia kommt in eine Klinik. Sie spürt vom ersten Augenblick an, dass sie dieses Kind nicht lieben kann. Spürt, dass sie in ihrem Zuhause in dem kleinen bayerischen Ort plötzlich wie aus der Welt gefallen ist. Alles ist ihr fremd: ihre fröhliche Schwiegermutter Monika, die ein unkonventionelles Hippieleben führt, ihre Nachbarin Gretel, die neben dem Bauernhofbetrieb fünf Kinder groß gezogen hat. Und ihr liebevoller Mann, für den das Leben mit Frau, Kind und Kirchenchor doch eigentlich so perfekt sein könnte. Emilia gleitet immer stärker ab in eine postpartale Depression, die das Leben ihres Kindes und ihr eigenes in Gefahr bringt ...

Nach dem Drehbuch, dass sie zusammen mit Ariela Bogenberger verfasste, inszenierte Regisseurin Petra Katharina Wagner ("Sieben Tage") dieses Psychodrama um eine junge Hebamme, die nach der Geburt ihres Kindes in die sogenannte Wochenbett-Depression verfällt. Von Hauptdarstellerin Katharina Wackernagel stark gespielt, überzeugt auch "Tatort"-Ermittler Felix Klare in der Rolle des liebevollen Mannes, während die übrigen Familienmitglieder in ihren Charakterzeichnungen hin und wieder recht klischeehaft daherkommen. Etwas unstimmig mutet jedoch an, dass eine Hebamme, die das Krankheitsbild sicher kennt, sich zunächst nicht helfen lassen will.

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Foto: BR/Erika Hauri