Als eines Tages der neunjährige Olivier mit blutverschmiertem Gesicht vor der Wohnungstür des Vaters steht, gibt das Kind vor, von Nachbarkindern verprügelt worden zu sein. Da seine Eltern getrennt leben - Papa hat sich zu seiner Homosexualität bekannt und seine Frau verlassen -, versucht der Vater allein etwas über den Zwischenfall herauszubekommen. Als Oliver erneut misshandelt wird, erhärtet sich der Verdacht des Vaters, dass der neue Lebensgefährte seiner Ex-Frau dahinter steckt ...

Mit dem unglaublich einfühlsam und authentisch spielenden Kinderdarsteller Sam Bould ("Das Ende einer Affäre") hat die Regisseurin Angela Pope einen Glücksgriff getan. Denn durch die Darsteller wird das heikle Thema des Films glaubwürdig, nimmt fast dokumentarische Züge an. Martin Donovan, der den schwulen Arzt Martyn Wyatt spielt, hat bereits in fünf Filmen von Hal Hartley die Hauptrolle gespielt: "Trust", "Simple Men", "Amateur", "Flirt" und 1998 die Rolle des Jesus Christus, der am Abend der Jahrtausendwende mit dem Teufel das Ende der Welt diskutiert, in "Das Buch des Lebens".

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