Das Familienleben der Hebamme Anna ist ein einziger Scherbenhaufen: Ihr Mann Paul, mit dem sie seit 20 Jahren verheiratet ist, geht heimlich fremd. Eine ihrer Töchter droht zu verwahrlosen, die andere ist herzkrank und wartet auf eine Organspende. Doch ehe alles im Chaos versinkt, beginnt Anna mit der überfälligen Niederschrift ihrer Lebensgeschichte. Schreibend bringt sie eine Reihe dramatischer Ereignisse in Gang, in deren Verlauf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich auf verblüffende Weise neu verketten ...

Der 1957 im niederländischen Arnheim geborene Regisseur Willem van de Sande Bakhuyzen war gerade einmal 47 Jahr alt, als er im September 2005 in Amsterdam einem Krebsleiden erlag. Zuvor beendete der vielfach preisgekrönte Regisseur, dessen anrührende wie witzige Filme (etwa "Lepel", 2005) für ihre poetische Bildsprache und ihre ernsten Grundtenor bekannt sind, sein letztes Werk, das ebenfalls mehrfach prämierte Drama "Im Labyrinth des Lebens", das zwei Tage nach seinem Tod uraufgeführt wurde. Mit viel Sympathie für seine Hauptperson - hervorragend verkörpert von Monic Hendrickx ("Die polnische Braut") - arbeitete van de Sande Bakhuyzen einmal mehr mit der Drehbuchautorin Maria Goos zusammen, mit der er schon seinen Kino-Regieerstling, das Drama "Familie" (2001), und das Drama "Cloaca - Alte Freunde" (2004) verwirklicht hatte. Ihm gelang einmal mehr eine zu Herzen gehende und poetische Geschichte, die wie aus dem Leben gegriffen scheint.

Foto: ARD/Degeto/Victor Arnolds