Ende der Schezigerjahre: Inmitten der politischen und gesellschaftlichen Turbulenzen sorgt der Journalist und Filmemacher Oswalt Kolle mit missionarischem Eifer für seine Ideen einer liberalen Sexualaufklärung für viel Wirbel. Kolle muss sich gegen heftige Widerstände wehren: Die Freiwillige Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft (FSK) will seinen neuesten Film "Das Wunder der Liebe" auf den Index setzen. Kolle muss in einem harten und bisweilen unfreiwillig komischen Kampf durch die Instanzen gehen. Derweil laufen bereits die Dreharbeiten zu Kolles nächstem Film und auch hier geht es ziemlich turbulent zu. Auch die studentische Linke hat für Kolle, den "Scheinliberalen", nur Spott und Verachtung über. Aber ausgerechnet zwischen dem vermeintlichen Biedermann Kolle und der engagierten Journalistin Christiane funkt es. Kolle ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Seine Frau Marlies hat bislang die zahllosen Affären ihres Mannes gelassen hingenommen. Schließlich führen sie eine offene Ehe...

In ihrem TV-Film geht Regisseurin Susanne Zanke ("Natascha") mit den historischen Fakten und der Chronologie der Ereignisse zwar recht locker um, dafür ist aber visuell das Zeitkolorit sehr gut eingefangen. Dem Thema entsprechend geht es in Wort und Bild mitunter recht freizügig zur Sache; also kein Film für die ganz Kleinen! Über die historische Person hinaus geht es hier vor allem um die privaten Schwierigkeiten mit dem Umgang der so genannten "freien Liebe".