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    Bernhard Wicki

    • * Dienstag, 28. Oktober 1919 in St. Pölten, Österreich
    • † Montag, 3. Januar 2000 in München, Deutschland

    Gefeierter Regisseur und Schauspieler: Bernhard Wicki
    ¿T?
    Bernhard Wicki, im niederösterreichischen St. Pölten als Sohn eines Schweizer Ingenieurs und einer Österreicherin mit ungarischen Vorfahren geboren, wuchs in Wien auf und war seit dem zwölften Lebensjahr in der Bündischen Jugend. 1938 machte er Abitur in Bad Warmbrunn/Schlesien. Danach besuchte er die Schauspielschule des Staatlichen Theaters bei Gustaf Gründgens. Wegen seiner Arbeit an der Jugend-Malklasse in Dessau wurde er denunziert und saß 1938/39 im Konzentrationslager Sachsenhausen. "Ich empfand das immer als ein Geschenk, dass ich das erlebt habe und durchgekommen bin, weil ich von Anfang an keine Chance hatte, ein Nazi oder etwas ähnliches zu werden." (FAZ-Magazin, 8.9.1989).

    Danach erhielt er Stadtverbot für Berlin. Mit 19 ging er ans Wiener Max-Reinhardt-Seminar und debütierte 1940 als Faust am Schönbrunner Schlosstheater in Wien. Seine erste Filmrolle als Statist spielte er in Gustav Ucickys "Der Postmeister" 1940 mit Heinrich George. Bei seinem Engagement an den Schauspielhäusern in Zürich und Basel von 1944 - 1950 wurde er Schweizer Staatsbürger. Als einen 'deutschen' Regisseur von außerordentlichem Rang' hat man ihn lange vereinnahmt. Er war Regisseur, Autor und Schauspieler. Wicki spielte in Wien, Berlin, Bremen, München und Zürich Theater, in Wien und Bremen führte er auch Regie. Als ausgezeichneter Photograph gab er 1960 den Bildband "Zwei Gramm Licht" heraus.

    Nach 1945 begann seine große Filmkarriere als Charakterdarsteller und später auch als Regisseur. Er spielte bei Harald Braun in "Der fallende Stern" (1950), in Helmut Käutners "Die letzte Brücke" (1953), in Laszlo Benedeks "Kinder, Mütter und ein General" und Leonard Steckels "Du mein stilles Tal" (beide 1955) sowie schließlich im gleichen Jahr unter der Regie von G. W. Pabst den Grafen von Stauffenberg in "Es geschah am 20. Juli". Nach Rollen in Filmen wie der "Effi-Briest"-Verfilmung "Rosen im Herbst" (1955), "Skandal um Dr. Vlimmen" (1956), "Die Zürcher Verlobung" (1957, wieder unter Käutner) und "Unruhige Nacht" inszenierte Wicki 1958 erstmals einen kurzen Jugend-Spielfilm "Warum sind sie alle gegen uns?". Ein Jahr später entstand "Die Brücke" - sein Spielfilm-Regie-Debüt - und wurde ein großer internationaler Erfolg. "Die Brücke" ist ein ausgezeichnet inszenierter Film, der das Thema Faschismus in klarer und doch emotionaler Sicht abhandelt. Die Belohnung: eine Oscar-Nominierung und ein Golden Globe.

    Etliche seiner jungen unbekannten Darsteller wurden durch diesen Film zu Stars, Wicki selbst auch im Ausland über Nacht berühmt. Sein Verhältnis zum amerikanischen Produktionsstil blieb aber immer gebrochen und seine Ausflüge nach Hollywood brachten dem Eigenwilligen mehr Ärger als Erfolgserlebnisse ein, da er seine Qualitätsvorstellungen nicht durchsetzen konnte. Wicki war ein Mensch mit einem humanen Weltverständnis und einem rigorosen künstlerischen Wollen. Ihn umgab so etwas wie eine Aura des Integeren, des Unbestechlichen, mit all seiner Unruhe, Wut und Tragik: Er wollte und konnte nicht blenden. "Eigentlich hat mein ganzes Leben lang der Selbstzweifel, der Zweifel an dem, was ich mache, überwogen", ist einer seiner Aussagen.

    Fortsetzung


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