Klaus Maria Brandauer

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Deutschsprachiger Schauspieler mit internationalem Ruhm: Klaus Maria Brandauer
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Klaus Maria Steng
Geboren: 22.06.1943 in Bad Aussee (heute Altaussee), Steiermark, Österreich

Er zählt zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die es zu internationalem Ruhm gebracht haben. Der Höhepunkt seiner Karriere lag in den Achtzigerjahren, seither ist es um ihn etwas ruhiger geworden. "Auf zwei Dinge kann ich um nichts in der Welt verzichten: auf meinen Heimatort Altaussee und auf die Bühne des Wiener Burgtheaters". Am Theater in der Josefstadt spielte Klaus Maria Brandauer 1970 in der letzten Regiearbeit Fritz Kortners, Lessings "Emilia Galotti", und avancierte in den Siebzigerjahren zu einem der bekanntesten Bühnenschauspieler im deutschsprachigen Raum.

Nach seinem Abitur besuchte der junge Brandauer zunächst die Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart. Sein Schauspieldebüt gab er 1963 am Landestheater Württemberg-Hohenzollern in Tübingen. Nach weiteren Engagements, unter anderem in Düsseldorf und Zürich, wurde er 1971 Mitglied auf Lebenszeit beim Wiener Burgtheater ("Burgschauspieler"). Von Anfang an spielte Brandauer nicht nur am Theater, er führte auch Regie. Zu seinem Repertoire zählen Stücke von Shakespeare, Beckett, Schnitzler und Grillparzer. Seit Ende der Sechzigerjahre spielte er viele seiner Rollen auch in TV-Adaptionen der Stücke. Außerdem sah man ihn in Fernsehserien - weit über die Grenzen des deutschen Sprachraumes hinaus - auch in Italien und Frankreich.

Sein Kinodebüt war der wirre Agententhriller "Top Secret" (1971) von Lee H. Katzin. Nach vielen weiteren TV-Rollen in "Was Ihr wollt" (1972), "Kabale und Liebe" (1976) oder "Die Bräute des Kurt Roidl" (1978) gelang ihm Anfang der Achtzigerjahre der große internationale Durchbruch. In István Szabós mit einem Oscar gekrönten "Mephisto", der Verfilmung von Klaus Manns Schlüsselroman über die Karriere von Gustaf Gründgens, spielte er die Hauptrolle. Mit seiner intensiven Darstellung des Henrik Höfgen brachte er sich nachhaltig ins Bewußtsein der internationalen Filmszene. Nun blieben auch Angebote aus Hollywood nicht aus.

Foto: ZDF An der Seite von Sean Connery spielte er in "James Bond 007 - Sag niemals nie" (1982), dem Remake von "James Bond 007 - Feuerball" (1965), den weltbedrohenden Bösewicht. Regie führte Irvin Kershner. Zurück in Europa, stand Brandauer - wieder für István Szabó - in "Oberst Redl" (1985) vor der Kamera. Für seine Darstellung der Titelrolle erhielt er das Filmband in Gold. Für den polnischen Regisseur Jerzy Skolimowski stand er 1985 wieder in den USA vor der Kamera: "Das Feuerschiff" nach dem Roman von Siegfried Lenz. Dem folgte Sydney Pollacks "Jenseits von Afrika" (1986), für den Brandauer eine Oscar-Nominierung erhielt.

Danach entstanden "Streets of Gold" (USA 1986, ein Boxerfilm, der keinen großen Eindruck hinterließ), "Brennendes Geheimnis" (1988, mit Faye Dunaway) und eine weitere dämonische Rolle unter Szabó, "Hanussen" (1988). Mit "Georg Elser - Einer aus Deutschland" gab Brandauer 1989 sein Regiedebüt beim Film. Danach sah man ihn in dem zweiteiligen Historienfilm "Die Französische Revolution - Jahre der Hoffnung" und "Die Französische Revolution - Jahre des Zorns" (beide 1989), nachdem er bereits 1986 in Bernhard Wickis "Das Spinnennetz" zu bewundern war. In "Das Russland-Haus" (1990, Regie: Fred Schepisi) spielte er erneut an der Seite von Sean Connery. Dem folgten die Jack-London-Verfilmung "Wolfsblut" (1990) von "Grease"-Regisseur Randal Kleiser und "Colette" (1991). Im Zeichentrickfilm "Felidae" (1994) übernahm er eine Sprechrolle.

Mit einer zweiten Regie-Arbeit, "Mario und der Zauberer" (1994) nach einer Novelle von Thomas Mann, konnte Brandauer nicht überzeugen. Zu bildungsbürgerlich betulich, zu eitel in den ganz auf den großen Mimen zugeschnittenen Szenen geriet die steife Literaturverfilmung. 1998 stand er für den französischen Film "Rembrandt" vor der Kamera, 1999 folgte mit "Die Wand" eine weitere Regie-Arbeit, man sah ihn als Otto Preminger in dem Biopic "Die Geschichte der Dorothy Dandridge" an der Seite von Halle Berry, und ein Jahr später spielte er in der modernen Variante "Jedermanns Fest" seine geliebte Rolle auch auf der Leinwand. 2003 tauchte er in dem Film "Poem" auf, spielte die Hauptrolle in dem hervorragenden TV-Drama "Im Visier des Bösen" und man sah ihn in "Zwischen Fremden" (2003). 2006 entstand das Drama "Kronprinz Rudolf", in dem er den einzigen Sohn von Kaiserin Sisi und Kaiser Franz-Joseph verkörperte, und 2007 sah man ihn in der nicht immer gelungenen Dokumentation "Verstörung - und eine Art von Poesie". Ebenfalls 2007 sah man Brandauer in den beiden Doku-Dramen "Giganten - Beethoven - Genie am Abgrund" und "Giganten - Humboldt – Ruf der grünen Hölle". Klasse war seine Leistung als an Demenz erkrankter Kunsthistoriker in dem Drama "Die Auslöschung" (2012), mit dem er 2013 nach langer Abstinenz auf den Fernsehschirm zurückkehrte. Ebenfalls 2012 entstand das Kinodrama "Der Fall Wilhelm Reich".

Klaus Maria Brandauer war mit der am 13. November 1992 verstorbenen Regisseurin Karin Brandauer verheiratet.


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